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Artikel mit Tag FilmeMontag, 8. März 2010
Oscars 2010
Ich habe es getan... nach mehreren Jahren des Ignorierens bin ich heute bis 6:30 h aufgeblieben, um mir die Live-Übertragung Oscar-Verleihung anzusehen.
Dabei gebe ich eigentlich gar nichts auf diesen kleinen, goldenen, nackten Mann. In den letzten Jahren gab es nur einen "besten Film", den auch ich zu meinen Lieblingsfilmen zähle, und das ist mit "Der Herr der Ringe: Die Rückkehr des Königs" ausgerechnet ein absolutes Mainstream-Werk, den nun mal (fast) jeder mag. Aber sogar dass solche Filme ausgezeichnet werden, wird immer seltener. Mit dem Oscar verbinde ich inzwischen nicht mehr die großen Blockbuster, sondern schicksalhafte Hollywood-Dramen oder höchstens noch Thriller. Bloß nicht lustig, bloß nicht phantastisch und natürlich erst recht kein Horror. Da mich Filme aber vor allem dann begeistern, wenn sie mich überraschen und nicht bloß die Realität abbilden (die sehe ich eh jeden Tag), kann ich bei vielen ausgezeichneten Oscar-Filmen nicht nachvollziehen, warum ausgerechnet sie die BESTEN sein sollen. Hinzu kommt, dass ich mich zwar für Filme interessieren, aber nicht wirklich für das Drumherum. Ich weiß nicht, welcher Schauspieler mit wem liiert ist und erst recht interessiert es mich nicht, welcher Designer den Fummel für den roten Teppich entworfen hat. Die Interviews vor den Oscars finde ich deshalb furchtbar, weil IMMER nach der getragenen Mode gefragt wird. Es ist eine reine Werbeveranstaltung für die Mode-Branche! "Hallo Mr. Freeman, wer ist ihre Begleiterin - und was trägt sie?" Warum tue ich mir also diese mehrstündige Selbstbeweihräucherung Hollywoods an? Nachdem es Jahre her war, wollte ich mir mal wieder ein eigenes Bild davon machen, ob ich die Oscars zu Recht ignoriere, oder ob das ganze vielleicht doch einen höheren Unterhaltungswert zu bieten hat, als ich erwartet habe. Soviel zu meiner Rechtfertigung ;). Und ich muss sagen, das ganze war besser als erwartet. Das lag zum einen daran, dass es während den Oscars keine nervenden Reporter gibt. Da redet niemand über Klatsch und Tratsch und Mode, sondern man merkt, dass es in dieser einen Nacht nur um eines geht: Filme. Und das spricht mich als Filmfreund dann doch an, weil ich das Gefühl hatte, dass diese Menschen - obwohl sehr viel berühmter und reicher als meine Wenigkeit - schlicht und ergreifend mein Hobby teilen. Man ist vielleicht oft anderer Meinung, denn wenn es nach mir ginge, hätte Tarantino verdammt noch mal endlich seinen Oscar bekommen. Aber dann gibt es solche Szenen wie die Hommage an Horrorfilme. Oder die rührend nervöse Dankesrede von Geoffrey Fletcher (Autor von Precious). Und selbst die einstudierten Gags fand ich zum Großteil unterhaltsam. Nicht gefallen hat mit hingegen, dass alles sehr gehetzt gewirkt hat. Den "unwichtigen" Siegern wurde gerne mitten im Satz das Mikro abgestellt, und das hat dann doch gezeigt, wie kommerziell und bis ins Detail durchgeplant die ganze Veranstaltung hinter der lockeren Fassade ist. Emotionen erwünscht, aber bitte nur solange sie in den Zeitplan passen. Dabei habe ich mich gerade für die Preisträger besonders gefreut, die keine großen Hollywood-Stars sind. Von denen hat man schließlich auch so genug gesehen, denn bekannte Gesichter haben sich an diesem Abend natürlich die Klinke in die Hand gegeben. Und sei es nur für einen Satz... Tom Hanks Auftritt war sehr lustig. Er hat die wichtigste Aufgabe, nämlich den besten Film zu verkünden - und arbeitet das dermaßen schnell ab, dass sich viele zu recht gefragt haben, ob er da jetzt etwas vergessen hat. Dass Waltz als bester Nebendarsteller ausgezeichnet wurde war verdient, aber bei Sandra Bullock wundere ich mich doch. Ich finde sie sehr sympathisch, aber beste Schauspielerin? Naja, ich habe den Film nicht gesehen, womöglich täusche ich mich, weil ich sie nur in seichten Komödien kenne. Für den Dude habe ich mich natürlich gefreut, so wie alle. Der beste Film wurde "The Hurt Locker", was mich zusammen mit den 5 anderen Kategorien die er gewonnen hat, dann doch überrascht hat. Ich habe ihn leider noch nicht gesehen, aber es macht mich immer stutzig, wenn ein Film auf so vielen Gebieten gleichzeitig der beste des Jahres sein soll. Und Avatar? Der wurde weitestgehend ignoriert, was mir nach den vielen Nominierungen schon fast leid für James Cameron getan hat. Zusammenfassend bin ich froh, mir die Nacht um die Ohren geschlagen zu haben. Denn auch wenn ich nach wie vor viele Entscheidungen der Juroren nicht nachvollziehen kann, war die Show sehenswert. Nur den Red Carpet werde ich nächstes mal auslassen, weil das Getue wirklich unerträglich ist. Dienstag, 8. September 2009
FFF 2009 - Fazit24 Filme sind es dieses Jahr gewesen. Weniger als die letzten Jahre, aber bis auf "Moon" und "Loft" (wegen der Uhrzeit) habe ich alles gesehen, was ich unbedingt sehen wollte. Und es war wieder die eine oder andere nette Überraschung dabei, über die ich ohne das Festival nie gestolpert wäre :). Meine Top10 Highlights (die darf man gerne als DVD-Empfehlungen deuten): 1) District 9 (weil er innovativ, intelligent, actionreich, rührend, kurzweilig.. perfektes Kino ist!) 2) The Children (weil Gewalt von und gegen Kinder nie so böse war) 3) Trick'r Treat (weil der Film konsequenteste Halloween-Unterhaltung bietet) 4) Pontypool (weil der Film mit simplen Mitteln dem Zombiegenre etwas neues abgewinnt) 5) Red Cliff (weil episch - und man ihm seine 2 1/2 h Stunden trotzdem nicht anmerkt) 6) Lesbian Vampire Killers (weil man sein Hirn abschalten und Spaß haben kann) A Film with me in it (weil man sein Hirn anlassen und Spaß haben kann) 8) Lake Mungo (weil ich diese Geisterdokus aus dem Privatfernsehen mag) 9) Vertige (weil man selbst als Zuschauer Höhenangst bekommt) 10) K-20: Legend of the Mask (weil das richtig sympathisches Popcorn-Kino war) Die größten Enttäuschungen: 1) Push (weil die interessante von Heroes geklaute Idee dermaßen in den Sand gesetzt wurde) 2) Someone's knocking at the Door (weil Experimentierfreude nerven kann) 3) Dread (weil mir der Film einfach total unsympathisch war) 4) The Killing Room (weil jedes Jahr so was dabei ist... und meistens einschläfernd) 5) The House of the Devil (weil ein schöner Retro Look alleine keine Garantie für Spannung ist) 6) Wasting Away (weil hier mal wieder eine super Grundidee zu öde umgesetzt wurde) Alle anderen Filme fand ich überdurchschnittlich gut, was denke ich ein guter Schnitt ist. Und bevor ich's vergesse: der Sonderpreis für den seltsamsten Film des Festivals (außerhalb aller Bewertungen) geht an Bronson! Freitag, 4. September 2009
FFF 2009 - Tag 8
Sorry für die Verspätung (Wem sag ich das? Wer liest das alles überhaupt? *g*), aber ich musste dann doch erst mal eine kleine Verschnaufpause nach dem Festival einlegen... Und außerdem besitzen wir jetzt eine PS3 Slim, die ziemlich vom schreiben ablenkt ;). Jetzt folgt aber endlich mein Text zum letzten Tag des Fantasy Filmfests, mein Fazit folgt dann in den nächsten Tagen.
Wasting Away Fazit: Geniale Grundidee, etwas mau umgesetzt. Zombiefreunde könnten eventuell ihren Spaß dran haben, erwartet aber nicht zu viel. Blutig isses auch nicht. Trick 'r Treat Und nein, es ist nicht Sack-Boy. Fazit: Ein sehr sympathischer Film, der mir vor allem wegen seiner gelungenen Halloween-Atmosphäre gefallen hat. Man kann sich gruseln, lachen und wird einfach durchgehend gut unterhalten. DVD-Tipp für die nächste Halloween-Party! Someone's Knocking at the Door "Someone's Knocking at the Door" beginnt wie ein klassischer Slasher: Eine Hand voll größtenteils furchtbar unsympathischer Medizinstudenten haben sich Abends getroffen um Drogen zu nehmen und sich an einer alten Gruselgeschichte zu erfreuen, die sich in den 70ern in ihrem Krankenhaus abgespielt hat. Damals soll ein perverses Killer-Pärchen reihenweise Leute zu Tode vergewaltigt haben. Einen Tag später ist einer der Studenten dann tot und die Polizei verdächtigt natürlich seine Kommilitonen. Mal abgesehen von dem Vergewaltigungs-Part klingt das ein wenig nach "Düstere Legenden" und co., allerdings gibt sich der Film sehr viel weniger Mainstream-mäßig. Die durch die Drogen hervorgerufenen Halluzinationen werden durch unangenehme Pfeiftöne, hämmernde Bässe und Geflacker rüber gebracht, was bei längeren Szenen extrem unangenehm ist. Leider verlässt sich der Film aber nur auf so etwas - er baut weder Spannung auf, noch fühlt man mit den Charakteren auch nur im geringsten mit. Nicht einmal die Vergewaltigungs-Szenen sind wirklich verstörend, sondern wirken zum Finale hin höchstens belustigend. Man kann dem Film zu seinem Mut gratulieren, aber das alleine macht leider noch keinen guten (und auch keinen eXXXtremen) Horrorfilm. Fazit: Ich weiß nicht... der Film hat mich irgendwann nur noch genervt. Obwohl man ihm zugestehen muss, dass er sehr experimentierfreudig ist. Mittwoch, 2. September 2009
FFF 2009 - Tag 7
Heute gab es wenig Überraschungen, ich würde den Tag am ehesten als "entspannend" bezeichnen. Jeder Film hat genau das geboten, was ich erwartet hatte - nicht mehr, aber auch nicht weniger. Es sind alles drei Filme, die man sich gerne einmal ansieht und sich dabei gut unterhalten fühlt, die man aber nicht unbedingt auf DVD besitzen muss. Mein persönliches Highlight war aber mit knappem Abstand "Lake Mungo", weil mir der Stil sehr gut gefallen hat.
Lake Mungo Die erste Hälfte über wirkt "Lake Mungo" ein wenig vorhersehbar, weil er den Stil dieser Geister-Dokus mitsamt aller Klischees eins zu eins übernimmt. Aber dann kommt die Story in Fahrt und sorgt für die eine oder andere Überraschung - und eine ganz fiese Horrorszene, die mich auf Grund der ansonsten eher ruhigen Erzählweise ziemlich hat aufschrecken lassen ist auch dabei. Damit hat der Film schon für mich gewonnen. Fazit: Gelungene Pseudo-Geister-Doku, die vielleicht kein Dauergruseln bietet, aber durchaus fesselt und eine bedrückende Atmosphäre aufbaut. The Descent 2 Eigentlich braucht man zu diesem Film nicht viel zu schreiben - er setzt genau dort an, wo der erste Teil des Höhlen-Monster-Films auf hört, und führt ihn konsequent weiter. Man trifft auf einige alte Bekannte und neue Opfer, die das Team auffüllen. Das Blut darf wieder reichlich fließen, man bekommt klaustrophobische Kameraeinstellungen geboten und der eine oder andere Ort aus dem ersten Film taucht auf. Natürlich war "The Descent" innovativer und konnte dadurch mit mehr Überraschungseffekten punkten (ich habe mich damals sehr viel öfter mehr erschrocken), aber das kann man nun mal von einer solchen Fortsetzung nicht erwarten. "The Descent 2" zeigt Fans des ersten Teils ohne Längen genau das, was sie sehen wollen, und unterhält dabei gut. Fazit: Kurzweiliger Höhlen-Terror, den man sich ansehen sollte, wenn man den 1. Teil mochte. Mutants Das klingt nach einer tragischen Liebesgeschichte, aber der Film verlässt sich insgesamt dann doch mehr auf Zombie- ... pardon, Mutanten-Action. Und die ist zwar nett anzusehen, aber nichts neues. Hinzu kommen einige unlogische oder schlicht überflüssige Szenen, die dazu führen dass man am Schluss enttäuscht ist, weil man sich ein spektakuläreres Ende erhofft hat. Fazit: Netter, dreckiger Zombie-Virus-Film, aber irgendwie hat man das alles schon oft genug gesehen. Und der menschelnde Mutant berührt einen nicht genug. Dienstag, 1. September 2009
FFF 2009 - Tag 6
Was für ein bescheidener Tag... Ich musste abends leider wegen Kreislaufproblemen zwei Filme auslassen, auf die ich mich sehr gefreut hatte: "Moon" und "Infestation". Dabei hätte ich auf "Killing Room" getrost verzichten können... nur weiß man das ja vorher nie. So saß ich zwei Filme lang in einem auf gefühlte Minusgrade heruntergekühlten Kinosaal, während mich draußen die pralle Sonne erwartete. Dieser Wechsel war ein bisschen zu viel... Jetzt sitze ich zu hause, schlürfe ein Süppchen und werde wohl Morgen vorsichtshalber nur drei statt vier Filme einplanen, damit mir mein Kreislauf nicht wieder einen Strich durch die Rechnung macht.
Aber genug herumgejammert! Es gibt ja immerhin zwei Filme, über die ich heute schreiben kann. The Killing Room Ähnliche Filme hat man schon öfter gesehen, und es ist immer ein gewisses Risiko damit verbunden. Einerseits sind psychologische Experimente ein sehr spannendes Thema - aber anderseits kann schnell Langeweile aufkommen, wenn eine Hand voll Leute einfach nur in einem engen Raum zusammenhocken und reden. Da müssen es schon interessante Charaktere sein, mit denen man mitfiebert. Hier liegt eine große Schwäche von "The Killing Room", denn man lernt die Teilnehmer des Experiments nicht gut genug kennen und es ist einem deshalb herzlich egal, welcher das zeitliche segnet. Auch die Wissenschaftlerin bleibt völlig farblos, und man fragt sich, wieso ihr so viele überflüssige Kameraeinstellungen gegönnt werden. Ja, sie hat Selbstzweifel - haben wir schon nach 5 Minuten kapiert, wer hätte die nicht? Aber ich will gar nicht zu negativ klingen, man fragt sich natürlich auch bei diesem Film, wo das alles hinführt, und die Schauspieler machen ihre Sache gut. Die Auflösung ist dann tatsächlich eine nette Überraschung, allerdings auch nicht so sehr, dass sie den Rest des Films komplett umkrempelt. Fazit: Viel Gelaber um nichts... höchstens etwas für erklärte Liebhaber von Psycho-Kammerspielen. Hansel and Gretel Dieser koreanische Film nimmt sich Elemente aus "Hänsel und Gretel" vor und zimmert daraus eine phantasievolle, bunte Geschichte zusammen, die man am ehesten als "Märchen für Erwachsene" beschreiben kann, das in der jetzigen Zeit spielt. Es gibt zwar einige Gruselelemente, aber größtenteils kann man sich einfach an der schönen Ausstattung erfreuen und gespannt warten, was als nächstes passiert. Fazit: Schön anzusehendes Erwachsenen-Märchen, dass das bekannte Thema auf ungewöhnliche Weise interpretiert. Montag, 31. August 2009
FFF 2009 - Tag 5
Das war der Tag der langen Filme, keiner unter 100 Minuten und die beiden asiatischen ließen sich je etwa 2 1/2 Stunden Zeit. Noch dazu waren alle Vorstellungen so gut wie ausverkauft, bei "District 9" saßen einige sogar auf den Treppen. Aber glücklicherweise haben wir immer gute Plätze abbekommen, so dass ich die Filme richtig genießen konnte.
Push Wenn man schon keine interessanten Entwicklungen der Charaktere oder schillernde Bösewichte einbaut, hätte man eigentlich imposante Kämpfe bieten müssen - aber selbst da versagt der Film. Ein paar nette Ideen hat er zwar zu bieten, aber da wäre viel mehr drin gewesen. Und das kitschig bunte Setting nervt, denn offensichtlich dachte man, dass man dem ganzen allein dadurch einen eigenen Stil verleihen kann, indem man Hong Kong als Handlungsort wählt. Hinzu kommt ein ganzer Batzen von Ungereimtheiten, die vor allem daraus resultieren, dass die Fähigkeiten der "Helden" viel zu mächtig sind. Und die am häufigsten eingesetzte Fähigkeit des "in die Zukunft Schauens" ist sowieso immer sehr schwer zu handhaben. Logiklöcher sind in solchen Filmen natürlich nicht immer vermeidbar, aber hier hat man sich offenbar so gut wie gar keine Gedanken gemacht. Fazit: Hätte gut werden können, aber letztendlich bleibt nur ein fades Durchschnittsfilmchen übrig... guckt lieber "Heroes", da hat man mehr von. Red Cliff Es geht um eine legendäre Schlacht, die 208 in China stattfand. Der friedliche Süden wird vom Norden attackiert, der mit einer riesigen Kriegsflotte anrückt. Obwohl sie in der Unterzahl sind, stellen sie sich dem Feind entgegen und versuchen ihn durch ausgeklügelte Strategien zu schlagen. Besonders dieses spannende Taktieren macht den Reiz des Films aus, denn die (grandios in Szene gesetzten!) Kriegsszenen bestehen nicht nur daraus, dass Menschen mit Schwertern wild aufeinander einprügeln. Hier wird Abwechslung geboten, und man kann manchmal nur staunen, wie trickreich die Kriegsherren vorgehen. Fazit: Ein wirklich beeindruckendes Kriegsepos, dem man sein hohes Budget ansieht. Kann man sich durchaus auch als Europäer antun ohne einzuschlafen! :) District 9 Erst mal ein paar Worte zur Handlung: Vor 20 Jahren tauchte auf einmal ein riesiges Raumschiff über Johannesburg auf. Man errichtete eine Art Ghetto für die Aliens, die ja nun offenbar auf der Erde gestrandet waren und irgendwo unterkommen mussten. Allerdings behandelt man sie nicht gerade respektvoll. "District 9" ist eine heruntergekommene Müllhalde, und die menschlichen Nachbarn bringen der fremdartigen Spezies nur Hass und Verachtung gegenüber. Unterdessen versuchen unterschiedliche Gruppierungen, die mächtigen Waffen der Außerirdischen unter ihre Kontrolle zu bringen. Diese Ausgangssituation wird einem gleich in den ersten Minuten klar gemacht, und zwar durch einen überwiegend dokumentarischen Stil. Trotz der gesellschaftskritischen Ansätze sollte man aber kein langatmiges Rassismus-Drama erwarten, "District 9" strotzt nur so vor Action und lässt einem über seine gesamte Laufzeit keine Minute Verschnaufpause. Außerdem absolut hervorragend sind die Effekte - obwohl sie durchgehend zu sehen sind, wirken die Aliens nicht wie Fremdkörper, sondern ihre Bewegungen und Interaktionen mit den Menschen sind so realistisch, dass man sich fragt wofür andere Hollywood-Produktionen Millionen Dollar ausgeben müssen. Fazit: Intelligenter, berührender und dennoch actionreicher Sci-Fi Film, den man definitiv sehen MUSS! Und zwar im Kino, er startet in Deutschland schon am 10. September. Thirst Der Film ist sehr ruhig inszeniert, mit kunstvollen Bildern aber auch der einen oder anderen blutigen Szene. Man sollte sich aber auf jeden Fall bewusst sein, dass das trotz der klassischen Geschichte ein etwas anderer Vampirfilm ist, der sich nun mal seine Zeit nimmt. Der sympathische Hauptdarsteller bewahrt "Thirst" aber dafür, komplett zu einem reinen Kunstprodukt zu werden - man kann richtig mit ihm mitfühlen. Fazit: Ruhiger, kunstvoll in Szene gesetzter Vampirfilm, den man sich ansehen kann, wenn einem das Thema zusagt. Für eine uneingeschränkte Empfehlung fehlt mir aber der Aha-Effekt, wie ihn beispielsweise "Oldboy" geboten hat. Sonntag, 30. August 2009
FFF 2009 - Tag 4
Ein guter Tag war das! Alle Filme konnten mich auf ihre Art überzeugen, waren aber auch angenehm verschieden.
Pontypool Was Pontypool zu etwas besonderem macht, ist die Erklärung für das merkwürdige Verhalten der Menschen. Ich werde das hier jetzt nicht verraten und kann nur jedem empfehlen, sich vor dem Ansehen keine Inhaltsangaben durchzulesen. Auf jeden Fall passt aber alles perfekt zusammen, und es hat mich nicht gewundert, dass der Film gleichzeitig auch als Hörspiel umgesetzt wurde. Hier geht es nämlich eindeutig um die Story, nicht um Daueraction. Fazit: Endlich mal frische Ideen im Zombie-Einerlei! Aber man muss "Pontypool" Zeit geben, wer Gemetzel sehen möchte ist hier falsch. A Film with me in it Nach den gemächlichen ersten paar Minuten glaubt man gar nicht, was dieser Film alles vor einem auftürmt. Und das Ende setzt dann sogar noch einen drauf. Fazit: Wer rabenschwarze Komödien mag, dem kann man diesen irischen Film uneingeschränkt empfehlen! Case 39 Ein paar Schockeffekte mehr hätten es nach dem vielversprechenden Anfang ruhig sein dürfen, da hatte ich beispielsweise "Mirrors" vom letzten Jahr gruseliger in Erinnerung. Aber dafür spielt das kleine Mädchen hervorragend und sorgt für eine wohlige Gänsehaut. Fazit: Ordentliche Hollywood-Grusel-Kost, nicht besser aber auch nicht schlechter als erwartet. Wer aber echten Kinder-Terror sehen will, der sollte weiter lesen. The Children Ja, in diesem Film töten Kinder ihre Eltern. Aber auch andersherum geht es nicht weniger zimperlich zur Sache, und bei einigen Szenen hat man dem Publikum angemerkt, dass das doch sehr ungewohnt war, was man da zu sehen bekam. Verstärkt wird der Horror vor allem dadurch, dass die Kinder immer niedliche Kinder bleiben - sie mutieren nicht und sind nicht von mit tiefer Stimme sprechenden Dämonen besessen. Nur ein bisschen auf kränklich machende Schminke und ein fieser Blick sorgen dafür, dass man richtig Panik bekommt. Und dabei kann man an diesem Film noch etwas loben: Er spielt in einer strahlend hellen Schneelandschaft. Schön dass es noch Horrorfilme gibt, die sich trauen auf trübe Nachtaufnahmen zu verzichten. Man sieht ja, dass es trotzdem funktionieren kann! Fazit: Gruselig, blutig und gnadenlos böse - so sieht ein gelungener Horrorfilm aus. Samstag, 29. August 2009
FFF 2009 - Tag 3
Wie, doch wieder nur drei Filme? Ja, ich muss zugeben, dass ich den ursprünglich für heute eingeplanten "Bathory" zu Gunsten eines ordentlichen Abendessens ausgelassen habe, weil er mich so überhaupt nicht interessiert hat.
The Sniper Fazit: Gradlieniger Actionfilm, hübsch inszeniert, aber kein Must-See. Dread "Dread" beginnt gemächlich und lässt sich von ein paar brutalen Szenen abgesehen viel Zeit, um seine Geschichte zu erzählen. In düsteren, dreckigen Bildern, die bei mir leider dafür sorgten, dass ich kaum eine Beziehung zu den Charakteren aufbauen konnte. Alles wirkt emotionslos und unterkühlt, was zwar ein interessantes Stilmittel ist, mich aber dann wenn es an das (wirklich bösartige) Finale geht als unbeteiligten Zuschauer zurücklässt. Ich hatte die ganze Zeit das Gefühl, dass man besser Clive Barker's Buchvorlage lesen sollte (anders als z.B. bei "The Midnight Meat Train", der mir im Vergleich zu diesem Film sehr viel besser gefiel). Fazit: Der Film war irgendwie nicht meins... trotz guter Ansätze und fiesen Endes. Lesbian Vampire Killers Fazit: Leicht infantiler Partyfilm mit eher geringem Gore-Faktor, der in der richtigen Gesellschaft eine Menge Spaß macht - solange man sich nicht zu schade ist, auch mal über Schwanz- und Tittenwitze zu lachen. Donnerstag, 27. August 2009
FFF 2009 - Tag 2
Der erste "richtige" Festivaltag ist immer einer der anstrengendsten... Nach drei Filmen machten sich erste Ermüdungserscheinungen bemerkbar, was aber wohl auch an der mageren Nahrungsversorgung heute lag. Aber hey, immerhin drei - morgen werden es dann vier. :)
K-20: Legend of the Mask Fazit: Ein Film, der trotz seiner Länge durchgehend Spaß macht und einfach gut unterhält. Sympathische Charaktere, mitreissende Action und einige gelungene Überraschungen inklusive. The House of the Devil Zum einen wäre da die Old-School-Horrorstory, die einen mit Klischees überhäuft, was aber wahrscheinlich Absicht ist. Eine junge Studentin nimmt einen gut bezahlten Babysitter-Job an, obwohl das Angebot sehr merkwürdig klingt und sie dafür in eine abgelegene Villa neben einem Friedhof (!) fahren muss. Der Hausherr offenbart ihr, dass er gar keine Kinder hat, sondern nur jemand im Haus bleiben soll, der auf seine Mutter aufpasst - die sich im oberen Stockwerk befindet, und von der man eigentlich gar nichts mitbekommt. Alles sehr mysteriös, aber für den schnöden Mammon riskiert das Mädchen gerne ihr Leben. Und so nimmt das Schicksal seien Lauf, es vergeht allerdings sehr viel Zeit, bis man sie blutüberströmt vor der durchgeknallten Satanisten-Familie die Treppe hoch (!) flüchten sieht. Die meiste Zeit beschränkt sich der Film darauf, Spannung aufzubauen - oder versucht es zumindest. Denn leider erwartet man heutzutage mehr von einem Horrorfilm, als noch vor 30 Jahren. Damals hätte der Film vielleicht besser funktioniert. Das Finale ist zu kurz, die Story dafür dass sie so langsam aufgebaut wird zu öde und der Film nimmt sich noch dazu absolut ernst. Innovativ ist daran leider gar nichts, und es gibt genug gute alte Horrorfilme, die man nicht zu kopieren braucht. Fazit: Interessant ist an dem Film der Retro-Look mitsamt passender Story, für heutige Verhältnisse bietet er aber leider zu wenig Spannung, um ihn wirklich weiterzuempfehlen. Vertige Aber abendfüllend Herumzuklettern wäre wohl auf die Dauer doch langweilig geworden. Deshalb macht der Film auf einmal eine 180° Wende und lässt einen fiesen Hinterwäldler auftauchen, der Jagd auf die sportbegeisterten Franzosen macht. Das fand ich gar nicht schlecht, vielleicht hätte man die Handlung aber an dieser Stelle nicht komplett weg vom Steilhang hin in den Wald verlagern sollen... denn das hat man so leider schon öfters gesehen, während der Anfang wirklich beeindruckend war. Interessanter wäre es gewesen, wenn sich die Überlebenden Kletterduelle mit ihrem Verfolger geliefert hätten. Aber das bleibt für mich der einzige Kritikpunkt - ich habe mich von diesem Film durchgehend gut unterhalten gefühlt, ohne Längen und mit einigen richtig fiesen Szenen. Nur ist die erste Hälfte eindeutig die ungewöhnlichere und deshalb trotz der Blutarmut vielleicht sogar die fesselndere. Fazit: Wer "The Descent" mochte, und sich statt der dunklen, engen Höhen lieber seiner Höhenangst stellen möchte, der sollte sich diesen Film nicht entgehen lassen. Auch wenn er sich ruhig noch mehr auf seine Grundidee hätte verlassen können.
FFF 2009 - Tag 1
Heute ging es also los, das Fantasy Filmfest 2009 in Frankfurt. Als wir unsere Dauerkarten abholten gab es dazu nicht nur schicke FFF-T-Shirts, sondern auch DVDs mit Trailern und Kurzfilmen sowie eine FFF-Stofftasche (auf einer Seite mit dem Titel des Eröffnungsfilms "Carriers" bedruckt, höhö). Besonders gefreut hat mich außerdem, dass die Kommentarwände nicht wegrationalisiert wurden, sondern sogar wieder ihren alten Platz im Erdgeschoss bekommen haben. Und anscheinend ist nach Jahren sogar mal jemand auf die Idee gekommen, die Filme darauf zeitlich zu sortieren, Respekt! ;)
Aber wichtig ist ja das, was im Kinosaal passiert. Leider liefen wieder mal viel zu viele, viel zu lange Trailer, und dann auch noch zu Festival-Filmen... es war schwer, sich nicht zu sehr zu spoilern. Die Höhe war dann, dass sogar verraten wurde, was in der Sneak kommt. Aber was will man machen, dafür freue ich mich jetzt auf die Vorab-Weltpremiere von "The Descent 2". Schade war auch, dass der legendäre Rosmarien-Spot der 13th Street diesmal nicht mit von der Partie ist. Aber zumindest die beliebten Monsterpuppen sind wieder mit dabei. Jetzt aber zu den ersten zwei Filmen: Carriers Die simple Story reisst einen zwar nicht vom Hocker, aber sie wurde durchgehend spannend umgesetzt. Das ganze ist nicht übertrieben hart, man sieht erstaunlicherweise kaum Menschen im Endstadium der mysteriösen Krankheit. Der Horror spielt sich eher im Kopf ab, denn man fragt sich unweigerlich, wie man selber in einer solchen Situation reagieren würde. Ich will jetzt nicht zu viel verraten, aber da der Film über weite Strecken sehr realistisch bleibt wirkt die Situation um so bedrohlicher. Wer weiß, vielleicht mutiert die Schweinegrippe ja doch noch zum Killervirus...? Fazit: Simpler aber spannender Schocker, der allerdings mehr auf leise Töne als auf Action und Gore setzt. Bronson Hier wird nicht nach dem "warum" gefragt, sondern es werden einfach bestimmte (teilweise erfundene oder zumindest stark übertriebene) Episoden aus Bronsons Leben aneinander gereiht. Einen echten Spannungsbogen gibt es zwar nicht, aber der Film schafft es einen durch seine äußere Form zu fesseln. Bronson steht gerne im Mittelpunkt, und so macht der Film ihn zum Erzähler, der auf der Bühne steht und in extrem theatralischer Art aus seinem Leben plaudert. Die Bilder sind alle perfekt durchkomponiert, die Musik passt wie Bronsons Faust aufs Auge und selbst der Humor kommt trotz brutaler Szenen nicht zu kurz. Außerdem ist der Hauptdarsteller absolut hervorragend, und es macht schon Spaß nur seine Mimik zu beobachten. Man kann sich am Schluss fragen, was der Film eigentlich möchte, außer gut auszusehen... Er will nicht erklären, warum Bronson so ist wie er ist, dazu spart er zu sehr mit Details. Und auch wenn man stellenweise mit ihm lachen kann, sind seine Gewaltausbrüche so erschreckend, dass man froh ist, dass dieser Typ nach wie vor hinter Gittern sitzt. Am ehesten soll der Film wohl einfach zeigen, wie sich Bronson selber sieht - als eine Art Popstar. Es ist ein kleiner Einblick in die Gedankenwelt eines Verrückten, der die meiste Zeit gar nicht so verrückt wirkt. Bis er dann auf einmal wieder ausrastet. Wer Interesse an ungewöhnlich inszenierten Biografien hat (auch wenn an echten Informationen gespart wird) sollte sich den Film auf jeden Fall mal ansehen, durch die übertriebene Inszenierung wirkt er außerdem nicht so hart, wie man es bei dem Thema vermuten könnte. Ich war jedenfalls positiv überrascht, eigentlich hatte ich mir "Bronson" nämlich nur angesehen, weil nichts anderes lief. Fazit: Mit einem Wort: grotesk.
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