Artikel mit Tag Kartenspiel
Freitag, 24. Juli 2009
 "Hans im Glück" ist nicht nur seit langem eine meiner liebsten Spielefirmen, sondern hat dieses Jahr wieder mal einen wichtigen Preis abstauben können: "Dominion" wurde zum Spiel des Jahres gekürt. Ungewöhnlich ist daran, dass es sich um ein reines Kartenspiel handelt, während ich ansonsten nur Brettspiele von ihnen kenne. Und auch die "Spiele des Jahres" die ich bisher angetestet habe, waren durch die Bank Brettspiele. Was macht also dieses Kartenspiel zu etwas so besonderem, wieso liest man so viele begeisterte Kritiken?
Seit gestern besitzen wir es, und wir haben gleich am ersten Tag 7 Runden gespielt. Der Rummel um das Spiel ist absolut gerechtfertigt, wir hatten lange nicht mehr so sehr den Drang, nach einer Runde sofort die nächste anzufangen!
Aber erst einmal zu den Regeln: Dominion besteht aus etwa 500 hübsch gestalteten Karten, die zu Beginn ordentlich sortiert in der Mitte des Tisches liegen. Grob gesagt gibt es drei Sorten: "Geld", "Punkte" und "Aktionen", und alle kann man für Geld kaufen. Man beginnt mit einer Hand voll Geld- und Punktekarten, die verdeckt vor einem liegen und den eigenen Ziehstapel bilden (= "Deck"). Dieses Deck versucht man nach und nach um möglichst gute Karten zu ergänzen, denn man kann nur ziehen, was man zuvor dem Deck hinzugefügt hat. Ein gutes Deck ist dann der Schlüssel zum Sieg. Wer die meisten Punkte sammelt gewinnt, an die kommt man aber nur mit viel Geld heran, und durch den geschickten Einsatz von Aktionskarten.
Eine Runde zum Start kann z.B. so aussehen: Man zieht 5 Karten von seinem Deck. Zwei Punktekarten (bringen erst bei der Endwertung etwas) und drei Geldkarten im Wert von je "1". Man könnte also von den Stapeln in der Tischmitte eine Aktionskarte im Wert von "3" kaufen. Man könnte aber auch eine Geldkarte im Wert von "2" dafür kaufen. Sparen kann man nicht, denn am Ende der Runde werden alle nicht verwendeten Handkarten abgelegt - man sollte aber auch nicht zu viele billige Karten kaufen, da man sich nachher nur ärgert, wenn man zu viele von diesen im Deck hat. Eingesetztes Geld verliert man nicht, es wird wieder ins Deck gemischt, wenn der Stapel aufgebraucht wurde.
Die Aktionskarten sorgen für Abwechslung und können sehr unterschiedlich ausfallen. Hat man eine auf der Hand kann man z.B. in dieser Runde extra Karten ziehen, dem Gegner eine Karte klauen oder mehrere Aktionen ausführen, was interessante Kombos ermöglicht. Da man immer nur mit 10 ausgewählten Aktionskarten-Typen spielt, verläuft jede Runde anders. Mal ist es schwer an Geld zu kommen, mal stehen viele Karten zur Verfügung, um den Gegnern zu schaden.
Auch Aktionskarten verliert man nicht, wenn man sie einsetzt - sie bleiben im Deck und stehen immer wieder zur Verfügung.
Fazit: Ein absolut geniales Spielprinzip! Auch wenn es erst mal nicht den Anschein hat, ist Dominion eines dieser Spiele, in die man extrem schnell reinfindet. Es ist schnell erklärt, schnell kapiert und bietet trotzdem eine Menge Abwechslung. Anders als bei "Die Siedler von Catan" und ähnlichen Spielen, kann man hier ohne viel Aufzubauen loslegen und die Runden haben eine angenehme Länge.
Ein weiterer Vorteil ist, dass die Runden sehr ausgeglichen verlaufen - bisher blieb es bei uns immer bis zu letzt spannend. Und man braucht kaum Platz, da man seine Karten in seinem Stapel behält und nicht vor sich ausbreitet. Nur die große Packung sollte man nicht wegrationalisieren, denn ohne eine Vorsortierung der vielen Karten würde das ganze schnell im Chaos enden.
Kaufen! :)
Freitag, 14. September 2007
Vorgestern habe ich in der FAKD mein Examens-Thema vorgestellt, und es kam überraschend gut an. Ich dachte, dass es Probleme geben würde, weil das Thema "schlechtes Benehmen im Internet" ja doch ziemlich speziell ist. Ich will es als ironisches Brett- oder Kartenspiel umsetzen, in dem man die Kariere eines Noobs nachstellt, der in jedes Fettnäpfchen tritt und sich so richtig schön danebenbenimmt. Dabei soll es zwar Spaß machen, aber auch einen Lerneffekt haben, weil es einem eventuell eigene Fehler vor Augen führt. Die Umsetzung wird mir mit Sicherheit Spaß machen, ich mache mir nur etwas Sorgen darum, wie es nachher aussieht. Einen Spielplan müsste ich zum Beispiel extra in einer Buchbinderei anfertigen lassen, und an Figuren oder die Verpackung will ich noch gar nicht denken. Aber das wird schon... am Montag habe ich noch mal einen Termin mit meinem Dozenten und dann entscheide ich mich schon mal, ob es ein Brett- oder Kartenspiel werden soll.
Donnerstag, 19. Juli 2007
 Durch eine Empfehlung (danke kid!) bin ich auf dieses feine Spielchen für 2-8 Leute gestoßen. Es heißt "Anno Domini" und ist inzwischen schon in mehreren Editionen erschienen, die je um die 10 Euro kosten. Ich besitze jetzt die "Erfindungen"-Edition, aber es gibt auch welche über Natur, Kriminalität, Flops, Stars, Kirche usw. , die man dann auch alle miteinander vermischen kann. Enthalten sind 336 Kärtchen, auf denen vorne ein Ereignis steht und hinten das Jahr, in dem es statt gefunden hat.
Jeder zieht zu Beginn 9 Karten, von denen er sich nur die Vorderseite ansehen darf. Dann wird eine Karte in die Mitte des Tisches gelegt und reihum legt jeder ein Ereignis dazu - über die erste Karte, wenn es davor stattgefunden hat. Darunter, wenn es eher danach einzuordnen ist. So geht es weiter, man fügt der Zeitlinie immer eine weitere Karte hinzu. Wenn man dran ist muss man aber nicht legen, sondern kann auf anzweifeln - dann werden alle Karten umgedreht um zu kontrollieren, ob die Reihenfolge stimmt. Wenn sie nicht stimmt, muss der letzte der gelegt hat Karten ziehen. Stimmt sie, muss der Zweifler ziehen.
Gewonnen hat am Schluss, wer zuerst alle seine Karten los werden konnte. Dabei kommt es nicht nur auf Wissen an (Wurde der Kühlschrank vor Pinocchio erfunden?), sondern auch auf die Taktik, im richtigen Moment anzuzweifeln.
Kurios an dem ganzen fand ich übrigens, dass in der Anleitung durchgehend die "Spielerinnen" angesprochen wurden, als ob es keine Männer auf der Welt gäbe. Aber darüber sollte man als Mann einfach hinwegsehen ;)
Fazit: Ein schönes Spiel für zwischendurch, das schnell erklärt ist, Spaß macht und bei dem man sogar noch was lernt.
Montag, 23. April 2007
 Da ich seit ein paar Tagen "Chez Goth", die Erweiterung zu "Chez Geek", besitze, wird es höchste Zeit dieses hübsche Spiel hier endlich vorzustellen.
Chez Geek ist ein Kartenspiel für 2-5 Personen, das man am ehesten mit "Munchkin", "Killerkarnickel" oder Sammelkartenspielen vergleichen kann. Man legt also Karten vor sich ab und versucht damit den Gegner zu besiegen. Bei Chez Geek hat man gewonnen, wenn man eine bestimmte Anzahl Slack-Punkte erzielt hat.
Das schöne an diesem Spiel ist, dass es im Vergleich sehr einfache Regeln hat, da es nur 4 Arten von Karten gibt. Ideal für Anfänger also. Trotzdem bleibt es bis zuletzt spannend, weil man dem anderen immer noch Karten (und damit Slack-Punkte) abluchsen kann. Die Runden dauern außerdem nicht sehr lange, es ist also ein gutes Spiel für zwischendurch.
Thematisch geht es um eine WG, in der die Mitspieler je ein Zimmer bewohnen. Jeder versucht sich sein Leben so angenehm wie möglich zu gestalten, und zwar durch das sammeln von "Slack-Punkten". Diese erhält man durch Personen, Gegenstände und Aktivitäten, die man nach und nach vor sich ablegt. Manche davon kosten etwas, und deshalb zieht jeder Spieler zu Anfang erst mal eine Job-Karte, die das Einkommen und die Freizeit pro Runde festlegt. Um Spannung ins Spiel zu bringen gibt es außerdem noch Aktionskarten, mit denen man beispielsweise vom Gegner gespielte Karten ungültig machen kann.
Das WG-Setting bietet eine Menge Raum für Humor. Die Zeichnungen sind sehr lustig und die Klischees von faulen Studenten werden natürlich gleich reihenweise bedient. Die Erweiterung "Chez Goth" (die sich auch ohne den ersten Teil spielen lässt) dreht sich dann speziell um die Gothic-Szene und ihre Eigenheiten.
Im Vergleich zu ähnlichen Spielen ist mir positiv aufgefallen, dass man eigentlich immer Karten in der Hand hat, mit denen man etwas anfangen kann. Dadurch kommt es selten zu echten Frust-Situationen. Das kann aber natürlich auch daran liegen, dass es insgesamt weniger Karten sind als bei meinen Munchkin- und Killerkarnickel-Spielen... das wäre dann wiederum ein Nachteil, weil man schnell alle kennt.
Fazit: Wer ein unterhaltsames, faires und schnell zu erlernenedes Kartenspiel sucht, das ein bißchen anders ist, der sollte zuschlagen. Chez Geek macht schon zu zweit großen Spaß (das gab bei Munchkin ja manchmal Probleme), aber bestimmt auch in größeren Gruppen :)
Samstag, 6. Januar 2007
Meinen ersten Zwergentest-Eintrag widme ich dem Spiel "Killer-Karnickel" von Pegasus. Dieser Verlag hat uns schon solche Perlen wie "Munchkin", "Chez Geek" und "Zombies!!!" beschert, und um es vorweg zu nehmen: die Kaninchen können da mithalten.
Es handelt sich hierbei um ein Kartenspiel, bei dem aber auch Würfel zum Einsatz kommen (vor allem bei Angriffen). Taktisch ist das ganze aber trotzdem, denn man muss immer zwei Züge im Voraus planen welche Karten man ausspielen möchte, kann sich Vorräte anlegen und es gibt viele verschiedene Karten. Eine Runde kann auch mit zwei Spielern schon relativ lang dauern, aber es macht dafür richtig Spaß. Da es zwei Kriterien für den Sieg gibt (möglichst viele Karotten + mindestens 1 Karnickel) kann sich das Blatt schnell wenden und es liegt selten jemand uneinholbar vorne. Mit mehr Leuten habe ich es zwar noch nicht gespielt, aber es ist bestimmt auch spaßig, weil man dann die Massenvernichtungswaffen besser einsetzen kann.
Massenvernichtungswaffen? Ja, das Ziel des Spiels ist es, die Karnickel-Karten die der Gegner ausspielt zu beseitigen. Das eigentliche Spielziel ist es zwar, möglichst viele Punkte durch Möhrenkarten zu ergattern, aber ohne Karnickel kann man so gut wie keine Handkarten ausspielen und wer beim Ende des Spiels gar keine liegen hat kann nicht gewinnen. Die Langohren sind also kostbar und man sollte nicht zimperlich in der Wahl seiner Waffen sein. Da bietet das Spiel einem dann auch so einiges: vom einfachen Schneebesen bis zum sich ausbreitenden Ebola-Virus reicht die Palette, und es ist ein seeehr großer Stapel Karten dabei, aus dem man sich bedienen kann (ein Add On ist gleich mit dabei). Neben Karnickel- und Waffenkarten gibt es auch noch jede Menge spezielle Aktionen, die für Abwechslung sorgen.
Leider sind die Illustrationen auf den Karten nicht ganz so stimmig wie beispielsweise bei Munchkin, aber man gewöhnt sich schnell an die grellbunten Comicbilder. Negativ aufgefallen ist mir am gesamten Spiel eigentlich nur die magere Anleitung. Denn während des Spiels tauchen schon öfter Fragen auf, wenn es um das anwenden bestimmter Spezialkarten geht... die Erklärungstexte auf den Karten sind manchmal zu kurz oder ungenau, und dann wäre es schön wenn zumindest in der Anleitung noch ein paar Sonderregeln erwähnt werden würden. Aber mit den richtigen Mitspielern kann man solche Unstimmigkeiten ja dann friedlich ausdiskutieren.
Fazit: "Killer-Karnickel" ist ein sehr unterhaltsames Spiel, das auch schon zu zweit eine Menge Spaß und Abwechslung bringt. Wer "Munchkin" und "Chez Geek" mochte wird auch die Karnickel lieben!
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