21. Staffel - eure Meinungen!

      21. Staffel - eure Meinungen!

      Welche Folge war am besten? 2
      1.  
        2101 - White People Renovating Houses (0) 0%
      2.  
        2102 - Put It Down (1) 50%
      3.  
        2103 - Holiday Special (0) 0%
      4.  
        2104 - Franchise Prequel (0) 0%
      5.  
        2105 - Hummels & Heroin (0) 0%
      6.  
        2106 - Sons A Witches (0) 0%
      7.  
        2107 - Doubling Down (0) 0%
      8.  
        2108 - Moss Piglets (0) 0%
      9.  
        2109 - SUPER HARD PCness (1) 50%
      10.  
        2110 - Splatty Tomato (0) 0%
      Da ja bald die deutsche Fassung der 21. Staffel läuft, wird es spätestens jetzt Zeit für den obligatorischen Fazit-Thread. Wie sieht eure Rangliste für die aktuelle Staffel aus? Welche Folge hat euch am besten gefallen, und welche am schlechtesten? Und wie bewertet ihr die Staffel insgesamt im Vergleich zu den vorherigen?
      Staffel 21 hat für mich besser funktioniert als die letzten beiden Staffeln, da vor allem letztere sich in ihrer Kontinuität sehr verrannt hat, kommt aber trotzdem irgendwie nicht ganz an die 18. Staffel ran. Sie war weder schlecht noch top. Ich würde bei genauerem Überlegen sagen, "verschenktes Potential" trifft es am ehesten. Wir hatten als roten Faden den Cartman-Heidi-Plot, der hat auch gut funktioniert. Besonders ab "Sons A Witches" unternahm er zum Teil wirklich starke Abstecher, die zu überraschen wussten, aber ich bin froh, dass und wie er zu Ende gebracht wurde.

      Drumherum muss man die Episoden allerdings einzeln aufdröseln, und da hab ich so das Gefühl, dass zwar viel versucht wurde, aber wenig gewagt - zu wenig, um einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Bleibende Eindrücke verschiedener Art sind gewöhnlich eine der Stärken von South Park, aber in dieser Hinsicht konnten m.E. nur "Put It Down", "Doubling Down" vollends sowie mit Einschränkungen auch "Sons A Witches" und das Staffelfinale überzeugen.

      Gehen wir das mal der Reihe nach durch: Von "White People Renovating Houses" ist mir, abgesehen von der Alexa-Nummer, nichts wirklich im Gedächtnis geblieben. "Put It Down" war dann erfreulicherweise ein ganz anderes Kaliber, die Episode funktioniert sowohl im Gesamtkontext der Staffel bzw. im Kanon der Serie als auch als Einzelfolge durch und durch, und ich würde sie sogar als eine meiner Lieblingsfolgen bezeichnen. "Holiday Special" pendelte sich dann wieder so im Mittelfeld ein, hatte lustige Elemente, aber die Rahmenhandlung war eher mau.

      Die Idee, mit "Franchise Prequel" eine Prequel-Folge zu "Fractured But Whole" zu erzählen, fand ich zwar sehr kreativ, aber gerade das ist in der Art und Weise, wie es umgesetzt wurde, eher in die Hose gegangen, da es überhaupt kein Vergleich mit früheren Coon-&-Friends-Folgen ist. Die Parodie auf Mark Zuckerberg fand ich wiederum gerade in ihrer Übertriebenheit und Beknacktheit ziemlich gut getroffen. Reichte aber insgesamt auch wieder nur für die Mitte. Danach gab es mit "Hummels und Heroin" eine Folge, welche die eher oberflächlichen Gags und den vereinzelten Leerlauf zwischendrin mit gleich mehreren sehr guten Hintergrundthemen und deren ansatzweise richtig guter Umsetzung ausgleichen konnte, wie der Schmerzmittelabhängigkeit oder der Darstellung des Altersheims als Gefängnis. Nur die Figur Marcus leidet darunter, dass ihr Auftreten nichts halbes und nichts ganzes ist - von null auf hundert eine Hauptfigur für eine Folge, aber danach nicht mehr gesehen. Insbesondere wenn man bedenkt, dass sein Part normalerweise auch problemlos hätte von Cartman übernommen werden können, wäre es besser gewesen, sich entweder für diese Möglichkeit zu entscheiden oder ihn als neuen, aber auch wiederkehrenden Charakter mit bislang ungesehenen Eigenschaften im Serienkanon zu etablieren.

      Nun zur zweiten Staffelhälfte, in der der Cartman-Heidi-Plot wesentlich stärker in den Vordergrund rückte. "Sons A Witches" reichte nicht an ältere Halloween-Specials heran, wusste aber sowohl mit seinen Metaphern als auch mit seiner Geschichte allgemein zu überzeugen, und auch als Auftakt für das, was noch kommen sollte, funktionierte die Folge. Mit "Doubling Down" kam dann eine sehr düstere Folge, die vor allem in Sachen Charakterentwicklung unglaublich stark ist und im Gesamtkanon der Serie auf jeden Fall eine wichtige Stellung einnimmt. Was die bereits angesprochenen "bleibenden Eindrücke" angeht, hat die Folge ins Schwarze getroffen. Für mich die härteste Kost dieser Staffel, welche aber unglaublich viel Potential für die letzten drei Episoden bereithielt.

      Beim Cartman-Heidi-Plot hat das auch funktioniert: Die neue Heidi, die dann irgendwie unter Cartmans Fuchtel stand, aber irgendwie auch nicht, war eine willkommene Abwechslung, etwas, womit einige von Anfang an spekuliert hatten, aber was man trotzdem so nicht ganz erwartet hatte. Der eigentliche Plot von "Moss Piglets" war zwar, wie es sich für eine Jimmy-Timmy-Folge leider gehört, eher belanglos, lieferte aber immerhin für die Rahmenhandlung einige Gags.
      Und wie schaut es nun mit dem Staffelfinale aus? Nun, eigentlich steht es stellvertretend dafür, wie man auch die ganze Staffel bezeichnen kann: Verschenktes Potential. Das wird vor allem am ersten Teil "SUPER HARD PCness" deutlich: Die neuen Figuren, die allesamt nur weibliche Äquivalente zu den männlichen Lehrern darstellen sollten, sind zwar auf den ersten Blick lustig anzusehen, aber so wirklich bereichern sie den Cast nicht. Auf der anderen Seite haben wir den Plot um die Kinder, hier mit Fokus auf Kyle, und da leistet sich die Staffel m.E. erzähltechnisch ihren schwersten Fehler: Wie Kyle seiner Mutter nacheifert, ist zwar aufgrund der vielen Anspielungen auf den Film lustig, durch das ganze Drumherum mit den Kindern bewegt es sich allerdings auch auf ziemlich dünnem Eis. Mir hat das insgesamt eher Unbehagen bereitet, aber ich war mir sicher, dass man das in der nächsten Folge ausbügeln könnte, ähnlich wie es zuvor schon mal mit "Stunning and Brave" und "Where My Country Gone" gelaufen war. Stattdessen wurde der Kyle-Plot in "Splatty Tomato" aber gar nicht aufgegriffen. Die Abrechnung zwischen Kyle und Heidi wurde gezeigt, kurz und knackig, das funktionierte auch, aber alle anderen von Kyles Handlungen aus der vorherigen Episode wurden überhaupt nicht behandelt, und damit bleibt das Unbehagen in Bezug auf "SUPER HARD PCness" und diese Plotline funktioniert für mich nicht. Immerhin wusste "Splatty Tomato" dann aber mit den Parodien sowie dem Handlungsstrang um die Suche nach Ike, der clever mit dem Cartman-Heidi-Strang verknüpft wurde, letzterer wurde dann überzeugend und mit relativ viel Spannung zum Schluss zu Ende gebracht, und das offene Ende in Bezug auf den Präsidenten war eine ganz nette Schlussmetapher.

      Insgesamt war es also eine Staffel, die vor allem in der ersten Hälfte trotz diverser guter Ideen Schwächen aufwies, in der zweiten Hälfte dann solider wurde. Rundum überzeugt und richtig bleibenden Eindruck hinterlassen haben leider (bei mir) nur zwei Folgen, der Rest war bis auf vielleicht eine Ausnahme nie wirklich schlecht, aber eben auch nie wirklich herausragend, sondern bestenfalls gut. Ich würde sagen, eine Staffel mit viel Potential und einigen Höhepunkten, der unterm Strich an so manchen Stellen der Feinschliff gefehlt hat. Ein wenig stand sie dabei auch im Schatten des Releases von TFBW.


      People say nothing is impossible. But I do nothing every day.