Cartman - ist er wirklich so weich?

  • Wir hatten ja bereits einen ähnlichen Thread, der sich mit Kenny beschäftigte. Dieses Mal muß ich in Hinblick auf die vergangene Entwicklung von Cartman in eine ähnliche Bresche springen.


    Wie in meinem Usergalerie-Profil ersichtlich ist, war Cartman mal mein Lieblingscharakter (und gesamt gesehen ist er das immer noch, aber nicht mehr lange). Das hat sich jedoch so um Staffel 8 herum geändert, weil von da an Cartman eigentlich immer uncooler geworden ist.


    Der frühe Eric war zwar boshaft und gemein, aber immer noch witzig in seiner Art, andere niederzumachen, und zum Anfang der Serie schien er auch ein eigentlich guter Freund der anderen drei Hauptdarsteller zu sein, wohl wegen eben seiner Eigenart, eine unglaubliche Dreistigkeit an den Tag zu legen und den Jungs damit Tür und Tor für ihre Abenteuer zu öffnen. Früher konnten auch alle über seine Witze lachen, während Stan und Kyle heutzutage nur noch neben ihm stehen und 'ne Fresse ziehen.


    Nach Scott Tenorman must die war allen Zuschauern klar, daß mit Cartman nicht zu spaßen ist, ganz getreu dem Motto "one can only push a man so far". Das war der Cartman, der in Höchstform seine Rolle in der Serie definiert hatte - das wandelnde Böse in der Gestalt eines fetten Neunjährigen. Immerhin gehört die Folge auch hier im Forum zu den beliebtesten der ganzen Serie, vermutlich deswegen, weil sich eine Hauptfigur so definiert hat, wie es Cartman getan hat.


    Nach der erwähnten Folge jedoch gab es eigentlich keine derartige Situation mehr, aus der Cartman nur mit seiner kriminellen Energie herausgekommen wäre. Tssst! war so eine, auch wenn Cartman im Verlauf dieser Folge eigentlich schon verloren hatte, was in Scott Tenorman nicht der Fall war.


    Aus dem kleinen Teufel, mit dem es sich nicht verscherzen sollte, ist ein albernes Weichei geworden, mit dem jeder machen kann, was er will. Kyle zerstört seine Sachen, Wendy reißt ihm den Arsch auf, Faith+1 reißen ihm den Arsch auf, die Jungs verwandeln ihn in ein Ginger Kid, kurzum: Jeder springt mit dem einstmals so fiesen, hinterhältigen Cartman um, wie er lustig ist, ohne Konsequenzen fürchten zu müssen.


    Das liegt mitunter auch daran, daß Cartman immer weicher dargestellt wird. Anstatt auf Gewalt und Intrigen setzt er jetzt auf seine verquerte Art der Diplomatie, scheitert damit aber grundsätzlich. Ob er nun sich selbst niedermacht, indem er seine Unterhose ißt, von Kyle gerettet werden muß, bevor er seine Tourette-Rede halten muß, oder selbst mit Waffengewalt nicht verhindern kann, daß Family Guy ausgestrahlt wird - Cartman redet zu viel und tut zu wenig. Und wenn er doch mal in eine ausweglose Situation kommt (die es früher für Cartman nicht gegeben hätte!), kommt wieder eine der Heulszenen mit seiner Mutter, und mich überkommt das blanke Kotzen.


    Cartman ist nicht mehr das, was er damals war. Scheinbar scheint das den Storyschreibern zugute zu kommen, da er heute schon eine Art Antagonisten der Serie darstellt. Damals waren die vier Jungs immer zusammen in ihre Geschichten verwickelt, oder wenigstens Kenny war an Cartmans Seite. Da mußte man sich eben andere Gegenspieler oder Plots ausdenken, mit denen es die die Vier in der Folge zu tun bekamen. Darum waren die Episoden auch verrückter, überraschender und, wie ich finde, lustiger.


    Was ich meine: Ich finde es an South Park fesselnder, wenn Cartman von seinem Mäppchen eingesogen und in ein riesiges Monstrum verwandelt wird oder wenn er die Männer South Parks besoffen in die Schlacht führt, als wenn er die Absetzung einer Serie verhindern oder ein Penisfoto mit Butters machen will. Das heißt nicht, daß diese Folgen nicht auch sehr gut sein können, aber heutzutage muß ich öfter auf die Perlen wie Go God Go oder Imaginationland warten, in denen etwas Großartiges passiert.


    Um das zusammenzufassen: South Park hat sich (naturgemäß) geändert, und am deutlichsten sieht man das an seinem charismatischsten Hauptdarsteller. Die Geschehnisse sind etwas realistischer, weniger absurd und schräg geworden, und da paßt es nur zu gut, daß auch Cartman mehr weltliche Schwächen zeigt. Aber daß er im Zuge der Neudefinierung South Parks nun seine ganze Hinterhältigkeit, die ihn früher so ausgezeichnet hat, gegen eine sinnlose Arschloch-Attitüde eingetauscht hat, mißfällt mir sehr. Und gerade die letzte Folge Breast Cancer Show ever hat das ein weiteres Mal deutlich gemacht. Cartman hat die Quittung für seine ihm aufdiktierte, neue Art erhalten - ich hoffe, daß es erst einmal dabei bleibt und er nun endlich mal wieder "mitmachen" darf, anstatt immer nur den zwangsbösen Anticharakter geben zu müssen.


    Jesus hat vorhin im Chat gefragt, ob es denn nicht schon genug Cartman-Threads gäbe. ;) Dieser hier brannte mir jedoch schon einige Zeit auf der Seele, deswegen würde ich mich über eine anständige Diskussion zu dem Thema freuen.

  • Ich verstehe zwar was du meinst, aber ich habe eigentlich nicht das Gefühl, dass es sooo schlimm um Cartman steht.


    Wenn es Pläne zu schmieden gibt schwingt sich Cartman immer noch zum Anführer auf. Und die Szene mit seiner Mutter diese Woche fand ich z.B. sehr typisch für ihn, weil er sie schon immer ausgenutzt hat. Das Rumheulen war früher zwar nicht so extrem, das hat sich aber auch langsam so entwickelt. Zuerst das weinerlich trotzige "Moooom", dann benutzt er es jetzt als allerletztes Mittel, um seinen Willen durchzusetzen. Man merkt aber immer noch, dass er lieber seine Unterhose isst als sich so bloßzustellen.


    Wirklich verweichlicht wirkt er hingegen in den Szenen, in denen er ungespielt herumheult. Oder auch wenn er versucht einem Kampf aus dem Weg zu gehen. Aber auch das wurde früher schon angedeutet, ich schätze sie haben diese Seite von ihm nur mehr hervorgehoben, damit sein Charakter vielschichtiger und "menschlicher" wirkt. Allein seine innige Beziehung zu seinen Plüschtieren hat einen ja früher schon ahnen lassen, dass er nicht durch und durch der harte Kerl ist.


    Was die Freundschaft zu den anderen angeht ist wirklich das Problem, dass Kenny kaum noch eine Rolle spielt. Das finde ich auch sehr schade, es wäre schöner die vier Jungs öfter zusammen zu sehen :(
    Allerdings gibt es immerhin Butters als kleines Trostpflaster, der sich auf Cartmans Seite schlägt.

  • Hierzu nur etwas kleines das mir aufgefallen ist:


    In manchen der letzten 15-20 Episoden wurde anscheinend mit dem "Oh no he didn't!"-Faktor Cartmans gespielt, um auf eine mir mißfallende Art ein breiteres, ich traue mich auch zu sagen: flacheres Publikum anzusprechen.


    Das ging so weit, dass man merkt wie sehr Cartman-lines in der Serie immer wieder hervorgehoben wurden, ich denke da konkret zB an 1103: "Ah, yes! The Jew Problem! Good!". (Danach: kurze Pause zum Lachen)
    Cartmans Sätze wurden in manchen Episoden sogar fast ausschliesslich auf solche plumpen Phrasen reduziert, anders als früher, wo der Humor in natürlich erscheinenden Dialog untergebracht war (zB "Stupid asshole didn't even charge money for it, I just had to close my eyes and suck it out of a hose!" uvm.)


    Es scheint mir so, dass der Humor einer immer stumpferen Masse mit grösstem Druck reingehämmert werden will, dass ihn auch der letzte oberflächliche Fratboy versteht.



    Generell kann ich nur sagen, dass ich die Wandlung Cartmans (und vieler anderer Charaktere) auch mit Enttäuschung mitverfolgte. Im grossen und ganzen gesehen natürlich, einzelne Auftritte wie in Mayor Boobage mit dem Katzen-Holocaust waren dafür wieder sehr überraschend und gut umgesetzt.

  • ich schliesse mich zib an! ich versteh zwar schon was du meinst, aber ich finde es auch nicht soo schlimm. und jetzt nicht nur weil ich die unschuldsszenen mit seiner mom so gern mag ;) sondern auch allgemein!


    ich guck ja grad die älteren/ersten staffeln und hab ein bisschen direkten vergleich! der grösste unterschied ist denke ich das cartman am anfang noch nicht so der hauptcharakter war wie jetzt, sondern erst im laufe der serie immer mehr in den vordergrund getreten ist! am anfang war er halt oft einfach nur so dabei, hat einen witz gemacht oder wurde verarscht! vielleicht war es deshalb dann immer so was besonderes wenn er mal richtig losgelegt hat..


    gut, der charakter hat sich natürlich verändert bzw weiter entwickelt..
    aber in solchen situation, wie eben in "breast cancer show ever" war cartman eigentlich schon immer nur ein verweichlichtes grossmaul! ich erinnere mich an die episode "christmas in canada", in der er kyle zum kampf aufgefodert hat..dabei noch voll rumpost und provoziert.. sich die jacke und alles schon ausgezogen hat...aber kaum hatte kyle ihn nur einmal berührt, hat er schon losgeheult wie verrückt..
    körperlich ist er nunmal im nachteil, er ist schliesslich "nur" das dicke kind das schon beim laufen schnell aus der puste kommt! so gesehen ist es auch irgendwie realistisch dass er in solchen situationen losheult oder ich nur durch petzen etc zu helfen weiss..
    okay..das war 7te staffel..aber cartman hatte schon immer eine weinerliche seite und das wurde halt beibehalten bzw ausgebaut und eingesetzt wenn es zur situation gepasst hat!
    oder in der ersten staffel..da war er z.b. ja auch schon traurig dass er keinen dad hat! und in "le petite tourette" hat er dann zugegeben dass er deswegen weint etc..
    oder als wendy nichts mehr von ihm wollte ("chef goes nanners") war er am ende auch niedergeschlagen/traurig...
    dann eben das mit seinen stofftieren usw..
    oder seine liebe zu katzen!
    das sind lauter so kleinigkeiten die auf seine weiche seite hinweissen und die man eigentlich in fast allen staffeln durchweg mehr oder weniger beobachten konnte und die immer mal wieder aufgegriffen oder ausgebaut werden!


    vielleicht liegt es auch daran dass sie wie gesagt erst im laufe der zeit immer mehr generell auf cartman eingegangen sind und so mit halt auch unterschiedliche seiten von ihn darstellen wollten! er ist zwar ein arschloch, psychopath, gerissener teufel usw...aber er ist trotz allem ja auch nur ein kleines kind..und manchmal sind die kinder eben auch nur kinder..


    ich fands zwar auch etwas seltsam..also dass cartman einerseits so krasse sachen wie mit scott tenormann abzieht..sich dann andererseits aber von einem mädchen verprügeln lässt! aber es war halt auch wieder eine andere situation! vorallem hatte er auch nicht wirklich zeit sich etwas auszudenken bzw einen plan in die tat um zu setzen! der kämpf rückte ja schon immer näher! das mit dem nachsitzen war ja auch schon nur zeit schinden und das mit seiner mom war dann eben einfach die schnellste und sicherste lösung!


    ich persönlich mag es sehr gerne wie cartman die leute manipuliert und dass er oft auch nur mit worten und seinen vielen facetten erreicht was er will..
    klar ist es toll wenn er so richtig tolle sachen durchzieht und es mag vielleicht etwas weniger geworden sein, weil die plots sich oft halt auch auf andere dinge focusieren...aber ich finde auch nicht dass er an biss verloren hat! z.b. in "tonsil trouble"..dass er kyle aids gegeben hat! das war zwar an sich eine simple aktion (also von der umsetzung..reingeschlichten, infiziert)...aber im grunde doch auch eine total üble, böse sache! dass kyle ihm die sachen kaputt gemacht hat würde ich ihm nicht als schwäche anrechnen! ich mein..was hätte er in dem moment sonst tun sollen!? er hat ja nicht mit sowas gerechnet! also hat er kyle halt angefleht etc um erneut zeit zu schinden. es war in dem moment zwar nicht gespielt aber es war ihm nützlich und cartman weiss diese art meistens halt gut einzusetzen..
    in der episode heute hat man ja auch wieder gemerkt dass er trotzdem noch einen gewissen stolz und würde besitzt! er schafft es nicht sich vor allen zu entschuldigen oder wendy vor allem zu bitten! vor einzelnen leuten hat er kein so problem damit..weil er es sich da schneller wieder zu seinen gunsten zu recht biegen kann oder halt damit durchkommt..
    auch bei "ginger kids" würde ich es ihm nciht als schwäche anrechnen! stan und kyle konnten ihn zwar einen streich spielen, aber auch das hat er dann ja - wenn auch unwissend - zu seinem gunsten ausgenützt und sich einen guten plan einfallen lassen. hätte kyle ihn am ende nicht aufgeklärt hätte er schliesslich auch alle umbringen können bzw es wohl getan...
    also so interpretiere ich das halt zumindest :)
    und zu seinen gunsten biegt er es sich so oder so immer!
    das haben wir ja auch heute wieder gesehen!


    aber cartman ist auf jedenfall ein vielseitiger charakter und man kann ihn so oder so darstellen, auch wenn es an sich manchmal ein widerspruch ist! und das mit den episoden an sich ist ja eh immer geschmackssache, ich glaube das definiert sich im endeffekt nicht nur durch cartmans verhalten!
    "go god go" hat mir z.b. gar nicht gefallen...was aber nicht an cartman lag sondern daran dass mir die sache mit den ottern usw einfach zu abgedreht war! genau so wie ich nicht sooo der imaginationland-fan bin! ich mag einfach eher lieber diese alltags-stories, egal wie teuflisch oder manipulativ (unschuldsnummer etc) cartman in den abgedrehten ist! "scott tenormann" must die hingegen mag ich total gern und fand auch dass es einer der höhepunkte von cartman war! also nicht dass jetzt jemand denkt ich mag cartman nur wenn er auf lieb und brav macht oder sich bei seiner mom ausheult ;) so ist es ja nun nicht!
    sein verhalten muss einfach auf die situation passen und ich finde grösstenteils tut es das in den episoden in denen er so verweichlicht rüber kommt! in "breast cancer show ever" war es teilweise zwar schon sehr übertrieben aber dadurch (und irgendwie ja auch besonders dadurch) hat sich ja ein richtig guter plot ergeben......deshalb finde ich diese "veränderung" nicht so wirklich schlimm..
    dass die jungs teilweise nicht mehr soviel zusammen rumhängen vermisse ich allerdings auch..
    andererseits ist und bleibt cartman mein lieblings-char, deshalb freue ich mich irgendwie halt schon wenn er mal wieder eine "eigene episode" hat!


    hmm..ich habe mal gehört dass trey&matt sich auch viel in öffentlichen fan-foren durchlesen und auf das eingehen was die fans wollen..
    (ich weiss nicht ob es stimmt...aber ich habs schon öfters so gehört, z.b. als mr. garrison wieder männlich gemacht wurde usw..)
    vll mag die mehrheit der fans ja auch einfach den etwas weicheren cartman lieber und sie gehen deshalb wieder mehr auf diese seite ein?!
    naja..nur so eine vermutung..


    ooh..naja..so lang sollte das posting eigentlich auch gar nicht werden!
    ich und thema cartman halt ;)
    (find den thread toll! es ist immer schön wenn man über die serie bzw die charaktere diskutieren kann)

  • Für mich hat sich nicht nur Cartman verändert. Vergleicht man die aktuellen mit den ersten Folgen, sind nur wenige Personen gleich geblieben. In gewisser Weise könnte ich genauso gut sagen, dass sich Kyle entwickelt hat und Cartman nur nachgezogen ist. Früher haben vor allem Stan und Kyle bei Cartman mitgemacht. Sie haben ihn häufig bei seinem Schwachsinn unterstützt und waren manchmal sogar beeindruckt davon. Das hat sich aber geändert.


    Es sieht ein wenig so aus, als seien die beiden "erwachsener" geworden, Cartman aber nicht. Dadurch reagieren sie eher ablehnend auf sein Verhalten. Sie bringen ihm kein Verständnis mehr entgegen, was vor allem bei Kyle auffällt, da dieser sich wirklich zu einem kompletten Gegenpol zu Cartman entwickelt hat. Die Beziehung der Kinder untereinander hat sich gewandelt und das hat Vor- und Nachteile.


    Das Problem bei einer Serie ist ja, dass man gewisse Veränderungen vornehmen muss, um sie nach all den Jahren für die Zuschauer interessant zu lassen. Ich kann mir Serien nicht ansehen, wenn sich die Charaktere nicht verändern. Ein Beispiel ist hier Family Guy. Ich habe ein paar Folgen aus unterschiedlichsten Staffeln gesehen und konnte nie unterscheiden, ob das aus einer früheren oder späteren Staffel war. Irgendwie tut sich da nichts. Bei South Park ist dieser Unterschied dagegen sehr auffällig (und ich rede nur bedingt von den Animationen). Es gibt neue Charaktere, die Leute verhalten sich anders und so weiter. Dieser Kontrast ist es auch, der mich die alten Folgen genauso gerne sehen lässt, wie die neuen. Es ist eben anderes "Gefühl".


    Vergleicht man zum Beispiel den Kinofilm mit dem "Fastfilm" Imaginationland, erkennt man auch viele Unterschiede. Hier wird der Kontrast meiner Meinung nach sehr deutlich. Die Jungs bekriegen sich im Film nicht wirklich untereinander (Ich meine nicht die "üblichen" Streitereien in Form von Judenwitzen und so weiter). Bei Imaginationland zieht Cartman sogar vor Gericht. Die Konflikte werden immer weiter ausgearbeitet.


    Und hier müssen Cartmans Stärken und Schwächen eben weiter ausgebaut werden. Problematisch ist, dass in einer Serie immer eine gewisse Steigerung vorhanden sein muss. Bei Cartman war das spätestens nach Scott Tenorman aber nicht mehr wirklich möglich. Was er hier getan hat, war nur schwer zu toppen.


    Ich sehe Cartman auch heute nicht als Weichei an. Auch, wenn die aktuelle Folge ein Ende hat, was dies vermuten lässt. Es gibt unzählige Beispiele von früher, in denen Cartman auch rumgeheult hat. Er hat die extrem weiche Seite seiner Mutter schon immer ausgenutzt. Außerdem hat er schon häufig eine große Klappe gehabt, solange er sich sicher gefühlt hat. Ein Beispiel sind seine frauenfeindlichen Sprüche, die er so lange bringt, bis Shelly sie mitbekommt. Als sie fragt, wer das gesagt hat, schiebt er unschuldig guckend die Schuld auf andere. Er hatte häufig Angst vor Konsequenzen. Genauso wie seine abgedrehten Ideen, seine brutale Seite und seine geschmiedeten Pläne, wurde aber auch diese Seite ausgearbeitet.


    Dass er in der Schule nicht gemocht wird, ist zum Beispiel auch nicht neu. In der Damien Folge sagen auch schon viele, dass sie ihn nicht mögen und nur auf die Fete gehen, weil es eine geile Veranstaltung ist und es Kuchen gibt. Für mich war schon immer deutlich zu sehen, dass Cartman nicht gemocht wird und er sich deswegen so krass verhält. Er ist eben fett und unbeliebt. Da muss man sich groß aufspielen, um Respekt zu bekommen und beachtet zu werden. Das ist im wahren Leben nicht anders.


    South Park hat sich aber in der Hinsicht verändert, dass die Charaktere früher noch keine so entwickelte Persönlichkeit hatten, wie heute. Damals hatte jeder ein Schild mit einer großen Eigenschaft in der Hand und hat diese ausgelebt. Momentan geht das alles aber tiefer. Und da wird eben deutlicher, wie verzweifelt Cartmans Situation in Wirklichkeit ist.


    Abschließend finde ich es aber gut, dass man bei South Park nie weiß, was als nächstes passieren wird. Es ist ein wenig wie zum Beispiel bei Akte X. Da gibt es auch die Story-Folgen und die Monsterfolgen. Mal wird die große Geschichte um die Charaktere weitergesponnen, mal passiert einfach etwas, was nichts mit den vorherigen Geschehnissen zu tun hat. Bei South Park ist das genauso. Mal gibt es Folgen, bei denen es um die Charaktere geht (Breast Cancer zum Beispiel), dann wiederum um schwachsinnige Scheiße (Imaginationland), die einfach unterhalten möchte. Und diese Abwechslung schätze ich so an der Serie.


    Somit finde ich Cartman nicht weicher. Sein Charakter wird nur deutlicher hervorgehoben als früher.

  • Ich stimme dem völlig zu, aber bei den Heulszenen mit seiner Mutter - das ist eigentlich auch schon früher teilweise so gewesen. zumindest hat er, wenn er was wollte (irgendwelche delikatessen gebracht, spielzeug gekauft, oder sonstige dinge durchgesetzt, ...), sein unschuldiges "muuuum" verklingen lassen oder im wiederholten falle trotzig geheult...


    generell zur entwicklung, die auch schon von meinen vorpostern beschrieben wurde: ich fand es trottelig, dass kyle in staffel... sagen wir.. 7-11 immer so "moralapostelisch" und übervernünftig war - und der ewige kyle-vs-cartman hype, genauso wie einige sich über die vielen auftritte von stans vater beschwert hatten. einfach übertrieben - zum glück ist das in staffel 12 nicht mehr so (stark).


    was ich aber auch mal wieder vermisse, wie hier schon gesagt wurde, dass die vier jungs mal wieder miteinander abhängen.
    zur zeit ist es total geteilt, es kommen immer nur etwa 2 hauptfiguren vor, und zwar irgendwie immer entweder cartman und butters, oder stan und kyle.


    aber nie stehen sie auch nur mal gemeinsam an der bushaltestelle oder entdecken z.b. eine geschäftsidee, wie den quintuplets-zirkus, den city-wok-werbespot, einen waschsalon oder irgendwas anderes.
    in der 1. und 2. staffel hat man sie in fast jeder einzelnen szene zu viert gesehen

  • Seit der letzten Folge hat sich mein Cartman-Bild ziemlich verändert. Das liegt aber nicht unbedingt an seiner Person, sondern daran, dass Wendy ihm einen Spiegel vorgehalten hat, der für mich dem Charakter Cartman bedeutend mehr Tiefe gibt. Sie ist die erste, die ihm gesagt hat was ihm fehlt, während Kyle etc. ihn immer nur beschimpft haben. Am Ende der Folge dachte ich nur:"Was für ein armes Schwein..." Ich hatte Mitleid mit Cartman! What the f?! ?(



    Früher hat er auch viel Mist verzapft, aber seine Vergehen waren interessant, hatten aber keinen besonderen Hintergedanken. Dies hat sich meinem Empfinden nach in der letzten Zeit geändert. Verstärkt wurde dieser Eindruck dadurch dass er mittlerweile (und das wurde hier auch schon erwähnt) nicht mehr mit den drei anderen Jungs rumhängt, sondern sich des Öfteren Butters als Compagnon ins Boot holt.
    Wenn ich mir hier das so durchlese, merke ich wie unheimlich faszinierend das Ganze ist. Wenn ich promovieren sollte, dann sollte es South Park sein.... :D

    Mehr als 90% aller Verbrechen geschehen innerhalb von 24 Stunden nach dem Konsum von Brot.

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  • Ich finde, dass sich Cartman kein bisschen vom (Grund-)Charakter her geändert hat. Er ist immernoch ein kleines, hinterhältiges, fieses Arschloch, welches um jeden Preis versucht, seine Idealen durchzusätzen. Die einzig wirklichen Veränderungen an ihm sind seine Methoden:


    In den ersten Staffeln beschränkt er sich hauptsächlich auf Beleidigungen (wie die ganzen Judenwitze). Ab der 4. Staffel merkt man dann langsam, dass er auch brutal werden kann - so geschehen in 401 - "Cartman's Silly Hate Crime 2000". Und spätestens mit "Scott Tenorman Must Die" weiß das Publikum, dass mit diesem Jungen nicht zu spaßen ist.


    Allerdings haben sich im Laufe der Jahre auch Cartmans Beziehungen mit seinen Klassenkameraden stark verändert. Früher hing er oft mit den anderen Jungs (Stan, Kyle, Kenny) rum. Heute hat er Glück, dass er Butters für seine Taten benutzen kann.


    Und gehasst wurde er von seinen Klassenkameraden ja nun auch schon länger. So gesehen in 906 - "The Death Of Eric Cartman".


    In der letzten Folge hat man übrigens wunderbar gesehen, dass Cartman zumindest in der Lage ist, sich selbst einzuschätzen. Er weiß, dass er faktisch jedem körperlich unterlegen ist - will es nur nicht öffentlich zeigen. Deswegen hat er auch seine "Heul-Methode" eingesetzt. Nicht weil er weich ist, sondern weil er sein Ziel erreichen wollte, nicht kämpfen zu müssen und trotzdem gleichzeitig Wendy fertig zu machen. Und das hat ja zumindest für kurze Zeit auch funktioniert.


    Und am Ende der Folge sieht man ja auch, dass er sich in seinem Kopf alles Gesagte so umdreht, wie er es haben will. Das Ergebnis ist dann, dass er glaubt, er sei immernoch cool und ich bin mir in diesem Fall auch ziemlich sicher, dass er weiß, dass die anderen ihr Gesagtes wie "We hate you" auch so meinen.


    Fazit: Cartman ist nicht verweichlicht und auch nicht doof, sollte aber vielleicht trotzdem mal für ne Weile weggesperrt werden, schließlich ist er auch ziemlich gefährlich (so viele Waffen, wie er sich schon besorgt hat).

  • Vielleicht liegt es daran das keiner mehr was mit ihm machen will. Er hat ja im Moment nicht wirklich irgendjemanden der zu ihm steht und der ihm ein "Freund" sein will, vllt. denkt man einfach nur dadurch das er etwas "weicher" geworden ist. Er tut mir ehrlich gesagt, sogar ein bisschen leid ?(

  • hier wollt ich jetzt schon die ganze woche reinschreiben..aber bin nicht dazu gekommen..
    nun aber!


    in s13e1 hats mich gewundert wie gut cartman und kyle doch zusammenarbeiten können! ich mein..es war ja nicht das erste mal..und ich freu mich ja auch immer total wenn die jungs mal zusammenhalten usw...aber normalerweise gibts ja trotzdem immer ein bisschen gezicke oder hier und da vll mal eine kleine beleidigung oder juden-anspielung oder sowas! in der episode aber gar nicht..


    und dann hat cartman am anfang auch gar nicht kenny verarscht weil er eine freundin hat! früher hat er stan ja auch immer deswegen verarscht..da hätte man gut einen classic-joke im stil der alten episoden einbauen können! aber cartman fands ja sogar "beautiful" dass kenny eine freundin hat! fand ich irgendwie voll süss..
    und er war ja eigentlich auch richtig um kenny besorgt..diesmal sogar ohne hintergedanken etc!


    irgendwie musste ich da an diesen thread denken! zumindest in dieser episode kam mir cartman doch etwas weicher vor! ich bin mal gespannt wie sich das weiterhein bei ihm entwickelt...und wann/ob er wieder richtig loslegt :D

  • vll wollten die Macher halt nicht nur (anfangs) Butters, Kenny oder sonst irgendeinen als Opfer darstellen, sondern auch Eric.


    Außerdem denke ich, dass die Macher nicht wirklich genau wissen, ob sie Erics Auftritt in "Scott Tenorman Must Die" noch irgendwie toppen können (sie haben ja auch selbst gesagt, dass sie Angst hatten, ob es nicht sogar für Cartman zu brutal sei). Meiner Meinung nach hat diese Überreizung in der erwähnten Folge Auswirkungen auf seine heutigen Auftritte.