South Park - The Fractured but Whole

  • Das Spiel installiert bei mir gerade (hab zum Glück zwei Freistunden), hübsch auf drei DVDs geliefert - hab es schon öfters auf Steam erlebt, dass nur eine DVD geliefert wurde und man hinterher noch 20 GB runterladen musste (Fallout 4 lässt grüßen). Und zur mitgelieferten Stick of Truth-Kopie: Es ist die USK-18-Version (also hat die USK bei der Freigabe der Retail-Version nicht aufgepasst), sie wird aber laut Beschreibung nicht über Steam, sondern ebenfalls über Uplay aktiviert.


    EDITH, 19./20.10.17; Uhrzeit schlagmichtot:


    Das Spiel hat mich so aufgesaugt, dass ich die erste Nacht nach Release ungelogen bis kurz nach vier gezockt habe, und auch die letzte Nacht war ein wenig kürzer als gewohnt. Nun hab ich nach etwas über 20 Spielstunden den Abspann gesehen und bin demnach weit genug, um hier ein umfassendes Review abgeben zu können.


    Spoilerfreies Fazit vorweg: Das lange Warten hat sich in jedem Fall gelohnt, TP und MS haben wieder einen draufgesetzt und Stick of Truth einen würdigen Nachfolger spendiert. Zwischen abgefahrensten Absurditäten und äußerst böser, mal mehr, mal weniger subtiler Gesellschaftskritik und unter erneut reichlich Easter Eggs und Fanservice findet der SP-Fan eigentlich alles, was sein Herz begehrt, und bekommt hier eine weitere schöne, extralange, interaktive Folge South Park spendiert. Auch spieltechnisch ist TFBW solide, wenn auch nicht fehlerfrei. Es macht vieles besser als der Vorgänger, einiges aber auch schlechter; nichtsdestotrotz ist TFBW ein weiteres Musterbeispiel dafür, wie ein Lizenzspiel auszusehen hat, und sollte die allermeisten Fans der Serie zufriedenstellen, mich selbst eingeschlossen.


    Ausführliches Review, mit vereinzelten Spoilern:

    Aw jeez, where's all this violence coming from, man?

    Is it the video games? I bet it's the video games!



    Radioman, Spec Ops: The Line, 2012

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  • Den ersten Teil habe ich an den vorherigen Post gehängt, um wenigstens einen Dreifachpost zu vermeiden.



    Nun zum Schluss die Synchronkritik (spoilerfrei):


    + brillant umgesetzes Superhelden-Setting
    + herrlich absurd
    + Optik, O-Ton und Atmosphäre: die Serie als Videospiel
    + gelungenes Upgrade des Kampfsystems
    + erneut haufenweise Fanservice, aus alten wie neuen Staffeln
    + Gestaltung des eigenen Charakters: Top!
    + teils schön gemeine Sozialkritik
    + hübsch gestaltetes Spielmenü mit Coonstagram etc.
    + bigger, longer and uncut
    + deutsche Synchronfassung,...


    o Geschlecht, Kostüme etc. für den Spielverlauf weitestgehend irrelevant
    o ...mit vielen, aber nicht allen Originalsprechern,...


    - ...die leider mit videospieltypischen Mängeln daherkommt
    - driftet sehr stark in den Fäkalhumor ab
    - Artefakt-, Inventar- und Craftingsystem zu oberflächlich und nicht ganz sauber miteinander verzahnt
    ZEHNfach Minus: nur ZEHN Speicherslots!!!



    Bei all den Kritikpunkten, die ich hier äußern musste, überwiegt das Positive aber immer noch bei weitem. Wo "South Park" draufsteht, ist South Park drin, das muss hier jedem klar sein, und ich gehe mal davon aus, dass hier wohl keiner den Kauf bereuen wird. Ich bin jedenfalls ganz happy drüber, war ein tolles Erlebnis, vielleicht hole ich mir noch die restlichen Achievements (den allergrößten Teil hab ich im ersten Durchlauf schon geholt), und dann bleibt abzuwarten, was die DLCs noch bringen. Auf jeden Fall ein äußerst kreatives, herrlich politisch unkorrektes und doch sehr lustiges Spiel, das sich alles in allem nicht hinter Stick of Truth zu verstecken braucht.


    :8/10: + ein halber Wichtel

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    Radioman, Spec Ops: The Line, 2012

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  • Schönes Fazit. Ich habe es erst mal nur überflogen, weil ich selber noch nicht durch bin. Am Spiel liegt es nicht, das macht Spaß, aber wie das so ist... zu viel Arbeit und anderes Gedöns auf einen Haufen, durch den ich gerade kaum Zeit zum spielen finde. Außerdem habe ich nebenbei schon mal ein Special für das Planearium gestartet, das nach und nach um weitere Themen ergänzt wird. Wer Lust hat, kann ja mal vorbeischauen (und korrigiert mich bitte, falls sich irgendwo ein Fehler eingeschlichen hat):



    http://planearium.de/tfbw.php


    Mein erstes Fazit nach wenigen Stunden Spielzeit:


    Fangen wir mit meinem größten Kritikpuntk an. Bisher finde ich die Verzahnung von Artefakt-, Inventar- und Craftingsystem wie Lugo auch nicht ganz elegant gelöst. Ich weiß jetzt spontan nicht, wie ich es besser machen würde, aber die einzelnen Apps grenzen manchmal Dinge voneinander ab, die eigentlich zusammengehören. Auch, dass man die Selfies nicht über Coonstagram, sondern unter Einstellungen findet, wirkt komisch. Oder dass bestimmte Nebenquests nicht als Quests gekennzeichnet sind (wenn man z.B. den Goth Kids das Buch bringen soll). Mein größter Kritikpunkt ist also das stellenweise dem großen Umfang des Spiels nicht gewachsene Interface. Trotzdem bin ich froh, dass sie an so ziemlich jeder Stelle mehr dazugepackt haben. Man kann jetzt wirklich überall hin, es gibt noch mehr zu entdecken und alles fühlt sich eine Spur komplexer an, ohne dabei zu kompliziert zu werden. Die Steuerung läuft flüssig ab, auch wenn ich bei den Toilettensitzungen zugegebenermaßen zur Tastatur gewechselt habe, weil ich mit den Drehbewegungen am Controller nicht zurecht kam. Story und Humor sind zum Glück wieder ähnlich genial wie im Vorgänger, und damit meiner Meinung nach den letzten Staffeln überlegen. Ich kann mir aber schon vorstellen, dass die Furzwitze noch zunehmen werden, wenn ich gewisse Skills freischalte...


    Wer spielt es denn noch? Niemand hier?

  • Hehe, danke. Ich habe im Grunde die drei Tage abgesehen von der Uni dann wirklich nur gezockt, ich bringe sowas irgendwie gern schnell hinter mich (selbst wenn es noch so viel Spaß macht), um mich dann möglichst schnell wieder aufs RL vollends konzentrieren zu können. ;)


    [...]dass bestimmte Nebenquests nicht als Quests gekennzeichnet sind (wenn man z.B. den Goth Kids das Buch bringen soll)


    Unmarkierte Nebenquests sind aber in RPGs nichts ungewöhnliches, insbesondere wenn der Umfang nur gering ausfällt, insofern habe ich mich daran jetzt nicht großartig gestört.


    [...]auch wenn ich bei den Toilettensitzungen zugegebenermaßen zur Tastatur gewechselt habe, weil ich mit den Drehbewegungen am Controller nicht zurecht kam.


    Haha, das ist mir schon aufgefallen, dass das mit nem Controller nicht so ganz leicht zu handhaben ist. Ich bin aber ehrlich gesagt am PC notorischer Maus-und-Tastaturspieler. Bei den Toiletten-Minigames hab ich dann auch wieder gemerkt, dass das Upgrade auf eine mechanische Tastatur die richtige Entscheidung war, für schnelle Tastenabfolgen ist das Ding einfach 1A. :D

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    Radioman, Spec Ops: The Line, 2012

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  • So habe nun auch die Hauptstory durch und möchte mein Feedback geben ^^. Die Story war an sich ja gut gemacht. Leider wurde zum Ende hin immer verwirrender und das Ende an sich war richtig mies.
    Trotzdem ist das Spiel besser als der Vorgänger und wunderbar an den letzten Staffeln angepasst. Am meisten begeistert haben mich wie immer Tweek und Craig xD, aber egal... .
    Das neue Kampfsystem und die vielen neuen Details geben dem Spiele noch einige Plus Punkte. Viele neue Geschichten gibt es auch noch die noch etwas Klarheit bringen. Schön ist auch das man viele neue Verbündete hat. Nur leider nicht als dauerhafte Begleiter sondern nur im Kampf und bei Spezialaktionen.
    Leider fehlen auch ein paar Sachen im Vergleich zum Vorgänger. Zum Beispiel das man Kanada betreten kann. Und was mit Terrence und Phillip, Mr. Garrison und einigen anderen Leuten. Und für meinen Geschmack könnte es mehr Nebenquest und Interaktionen mit den Charakteren geben um dem ganzen Spielspaß zu verlängern.
    Ich würde sagen 8 von 10 Punkten. ^^

  • Schönes Review, ZiB. Hab es mir mal in aller Stille durchgelesen, und kann in vielen Punkten zustimmen.


    Mir sind beim wiederholten Durchspielen übrigens noch zwei Sachen aufgefallen: Erst einmal habe ich parallel dazu noch einmal Stick of Truth zum Vergleich gespielt, und dabei ist mir (neben der bereits beschriebenen rollenspieltechnischen Gestaltung, die bei Obsidian einfach besser funktioniert) aufgefallen, wie stark sich doch die Animationen zum Teil unterscheiden, was sicher auch mit den unterschiedlichen Engines zusammenhängt. Bei Fractured But Whole ist der Unterschied zur Serie m.E. deutlich geringer als noch bei Stick of Truth, jedenfalls wenn man jüngere Staffeln zum Vergleich nimmt. Bei Stick of Truth sind die Laufanimationen abgehackter und viele andere (Beispiel: Die Kotz-Animationen der Charaktere beim "Grossed Out"-Schaden) stilistisch eher an die frühen Staffeln angelehnt. Ich hatte auch den Eindruck, dass sich bei Stick of Truth in den Cutscenes die Figuren in Anlehnung an die Legetricktechnik stärker vom Hintergrund abhoben. Ich würde insgesamt sagen, dass Stick of Truth trotz seiner Ähnlichkeit mit der Serie nochmal einen ganz eigenen Look hat, wenn man genau hinsieht, während Fractured But Whole wirklich voll und ganz wie eine aktuelle SP-Staffel aussieht, nur mit 60 statt 24 (oder sinds 30?) fps.


    Und das Zweite ist, dass man vom "höheren Schwierigkeitsgrad", den die dunkle Hautfarbe mit sich bringt, tatsächlich so gut wie gar nichts merkt. Das kann damit zusammenhängen, dass das Spiel einen ohnehin, wie ZiB es immer so schön formuliert, "schon sehr an die Hand nimmt", aber so z.B. von der reinen Fundmenge an Geld und Sammelobjekten konnte ich überhaupt keinen Unterschied gegenüber einem weißen Charakter erkennen, geschweige denn dass ich jemals das Gefühl gehabt hätte, in ernsthafte Versorgungsschwierigkeiten zu kommen. Die Cops sind zwar angepisst, wenn man die Polizeiwache als Schwarzer betritt, und man kann Morgan Freeman nicht bekämpfen, aber abgesehen von derartigen Reaktionen ist spielerisch kein Unterschied auszumachen. Ich meine ja auch, mich zu entsinnen, dass ein Ubisoft-Mitarbeiter einige Zeit vor Release noch erklärt hat, das mit dem "höheren Schwierigkeitsgrad" bei dunkler Hautfarbe sei lediglich ein Gag und das Spiel werde nicht wirklich schwerer. Mein persönlicher Eindruck bestätigt jedenfalls diese These.

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    Radioman, Spec Ops: The Line, 2012

  • Das ist einfach die Mißachtung von Forenregel 10, die Du bei der Anmeldung akzeptiert hast:

    Zitat

    10 ) Werbung für eure eigenen Seiten ist im Forum ausschließlich in diesem Thread
    (und eurer Signatur / eurem Profil) erlaubt. Es ist sehr unhöflich,
    sich nur deshalb anzumelden, um für sich zu werben, deshalb löschen wir
    reine Werbeaccounts.

  • Update: Die ersten Inhalte für den neuen DLC wurden heute schon ins Spiel integriert. So gibt es nun einen neuen Schwierigkeitsgrad und man bekommt bereits eine Nachricht von Token, die einen auf den DLC hinweist, außerdem sind bereits entsprechende Markierungen auf der Karte zu sehen.

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    Radioman, Spec Ops: The Line, 2012

  • Also dafür, dass sich einfach nur zusätzliche, schwerere Kämpfe für mich zunächst nicht nach viel Inhalt angehört haben, spricht mich der Danger-Deck-DLC doch sehr an. Bisher war es so, dass ich meine zwei oder drei Team-Setups hatte, mit denen ich eigentlich fast jeden Kampf gewinnen konnte, und auch umgekehrt lassen sich die regulären Kämpfe, die richtigen Artefakte vorausgesetzt, mit prinzipiell jedem Setup gewinnen. Die Danger-Deck-Matches sind aber so gestrickt, dass in jedem Match die Gegnerschar, welche sich aus bereits bekannten Feinden aus der Hauptstory zusammensetzt, eine ganz bestimmte Strategie oder Angriffskraft gegen einen einsetzt, zudem befinden sich die Gegner auf dem gleichen Machtlevel wie das eigene Team, sodass man gezwungen ist, die Kräfte und Teammitglieder mehr durchzuprobieren, da sich jedes Match nur mit einem passenden Setup gewinnen lässt. Auch die Strategie muss stimmen, so bekommt man für jede Challenge einen Tipp, welche Kräfte oder Statuseffekte (Beispiel Knockback oder Chill) man idealerweise einsetzen sollte, und dabei sind sowohl diese als auch eine kluge Positionierung der Figuren wirklich nicht zu unterschätzen. Sind die Standard-Challenges geschafft, geht es noch eine Stufe höher auf Ultra und jedes Match bekommt ein zusätzliches Handicap verpasst, wie z.B. Immunität der Gegner gegen Statuseffekte oder Unwirksamkeit eigener Heilfähigkeiten. Warum es sich lohnt, sie zu spielen? Neben der Herausforderung locken als Belohnungen einige sehr nützliche Items, wobei mit Kosmetik (besonders erwähnenswert sind ausgerechnet die Kostüme!), Artefakten bis hin zu speziellen Missionsgegenständen alles dabei ist. Diese können dann übrigens auch in allen anderen Spielständen genutzt werden. Das einzige, was sich dabei für den Durchschnittsspieler leider in Grenzen halten dürfte, ist der Wiederspielwert.


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    Radioman, Spec Ops: The Line, 2012

  • http://www.ign.com/articles/20…lc-release-date-announced


    Der zweite große DLC und erste Story-DLC "From Dusk Till Casa Bonita" wurde offiziell angekündigt und hat nun ein Releasedatum, den 20. März 2018. Kosten 11,99 $/€, beim Season Pass natürlich inklusive.


    Übersetzte Inhaltsangabe von Gamestar:

    Zitat

    "Mysterions Schwester in Gefahr. Sie hat sich den Vamp Kids aus South Park angeschlossen, die sich in Cartmans Lieblingsrestaurant, Casa Bonita, eingenistet haben. Die Spieler besuchen das berühmte Familienrestaurant, erkunden die Black Bart's Cave, beobachten Klippenspringer, entdecken den Zauber von Mexiko und besiegen die Brut der Vampire."


    Neben der neuen Kampagne wird auch die Netherborn-Klasse eingeführt, welche bisher Mysterion vorbehalten war und mit okkulten Kräften aufwarten kann. Und Henrietta von den Goth Kids wird, wenn ich das richtig verstanden habe, als neue Verbündete mit von der Partie sein.


    Colour me hyped, fellas.

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    Radioman, Spec Ops: The Line, 2012

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  • Oh je, das erinnert mich daran, dass ich längst mal den anderen DLC spielen und die Galerie hochladen wollte... :aeh: Ich bin momentan ziemlich raus aus dem Spiel. Nicht dass es mir nicht gefallen hätte, aber mit dem Abspann war für mich das Thema mit einem Mal erledigt, und ich merke inzwischen, dass ich persönlich gar keinen DLC gebraucht hätte. Vor allem nicht mehrere Monate nachdem ich es durchgespielt habe.
    Allerdings freue ich mich über den neuen Handlungsstrang und werde es für den wohl noch mal auspacken. :)

  • Wenn man dann auch genau so auf der Schüssel sitzt...

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    Radioman, Spec Ops: The Line, 2012