Beiträge von Jenkins

    Die Halloweenfolge fand ich schon ziemlich stark, aber diese war auch gelungen. Der atmosphärische Start mit Jimbo und Ned auf der Jagd (ein selten gewordener Anblick), Al Gore, der Red Dead Redemption 2 Running Gag, die "School Shootings". Außerdem hat die Folge ein Thema wieder aufgegriffen, das seit Jahren an mir nagt... nämlich, wie South Park damals den Eindruck erweckt hat, dass sie den Klimawandel nicht ernst nehmen. Das hatte jetzt etwas sehr versöhnliches.

    Mir ging es da wie immer bei South Park so, als würde jede Seite in ihrer Hysterie überspitzt: Die Tatsache, dass die Menschen vor einer unsichtbaren Gefahr davonstürmen, trägt die Züge in sich, dass das Problem in seiner Komplexität als nicht direkt Bedrohliches und damit nicht direkt Bekämpfbares sowohl in Zweifel gezogen, als auch fanatisch überhöht werden kann. Ob das Problem damit nun real ist oder nicht, ließ sich durch keine der Positionen plausibel darlegen. Die Situation in den USA erscheint mir wie üblich auch viel krasser und einer Parodie eher geeignet als in anderen Staaten, was für mich auch an dem immensen politischen Einfluss religiöser Vereinigungen liegt - wer glaubt dies, wer glaubt das.


    Trotzdem macht der Witz des ständigen Entschuldigens bezüglich Manbearpig nur Sinn, wenn damit gemeint ist, dass die Leute um South Park in der Vergangenheit die globale Erwärmung tatsächlich anzweifelten und ihre Problematisierung ins Lächerliche zogen, indem sie sie als Hirngespinst ins Imagination Land verwiesen.


    Wirklich lustig fand die letzten Episoden nicht, aber South Park funktioniert für mich seit Jahren immer gut als Überblick dessen, was in den USA gerade gedacht wird und aus diesem Grund finde ich die starke Politisierung der Sendung wertvoll. Immer noch bekommt jeder berechtigerweise auf den Sack, niemand ist in seiner Position unfehlbar. "Es gibt kein richtiges Leben im falschen."

    Das Einzige... naja. Ich check das mit den Memberberries immernoch nicht.
    Genauso ist der Titel der Folge mir ein Rätsel. Außer das Schild am Memberberries-Club fehlt hier der gesammte Bezug zum Titel.
    Was mich an den Memberberries vor allem stört, ist, dass sie einfach viel zu absurd sind. Am Anfang war das noch okay im Vergleich. Ein paar Beeren, welche Nostalgie auslösen und um das besser darzustelle, sprechen sie. Schon ziemlich schräg.
    Aber jetzt haben sie Clubs, fahren Auto und covern Toto, ganz abgesehn davon dass sie das Weise Haus eingenommen haben?
    Mir ist das zu viel, und ich finde es schade, denn ansonsten hat mir die Folge recht gut gefallen.


    Ich verstehe das so, dass sie die Verdinglichung einer nostalgischen Einstellung sind, durch die massenhafte Darstellung sogar eine gewisse Epidemie an Vergangenheitssehnsucht. Dieses Verlangen nach dem so romantisch verklärten Vergangenen wird wiederum parodiert durch die mafiösen alten Memberberries, die offenbar wie in den good ol' times die Macht durch Gewalt an sich reißen und als die Wenigen herrschen ('Member?). Die zunehmende Rackett- und Autoritarisierung in der aktuellen Globalpolitik spiegeln diese Darstellung wider.


    Mir gefällt die Staffel weiterhin gut, obwohl mir auch nicht ganz klar ist, worauf die losen Enden hinauslaufen werden. Ich finde die Episoden durch die kohärente Geschichte leider nur immer so kurz. :'<

    "Oh, THIS is where you draw the line?!"


    Direkt auf die Fresse! Das gefiel mir sehr gut. Generell störe ich mich an der aktuellen Staffel nicht und bin tatsächlich immer verärgert, dass die Folge plötzlich endet und die Handlung nicht beendet. Das Trollthema hat in Internetjahren schon mesopotamische Ausmaße, aber den Handlungsstrang finde ich trotzdem interessant.

    Ich bin ziemlich gespannt. Wahrscheinlich wird die anstehende PräsidentInnenwahl in den USA einen nicht abzusehenden Effekt auf das gesamte Weltgeschehen haben, weswegen ich dankbar bin, dass ich mit South Park eine für die Sendung einzigartige "Inside"-Sicht auf diese Geschehnisse bekomme. Es ist nun einmal eine US-amerikanische Serie, die das Leben von Menschen in den USA persifliert. Obwohl man das meiste auch als Ausländer nachvollziehen kann, gehen viele Aspekte und Kritiken zumindest an mir als in Europa Lebender völlig vorbei, über youtubes Wisecrack habe ich vor Kurzem eine Episode über die "Philosophie" South Parks gesehen und war mir bis dahin gar nicht bewusst, wie wenig überzeichnet die karikierten Probleme der Serie in Realität sind.
    Blöd gesprochen sehen wir uns ohnehin dramatischen Zeiten entgegengehen, da wäre es für die Menschen um South Park doch untypisch, ein unverfängliches Konsumprodukt als Sendung anzubieten. Ich verstand South Park seit jeher als Widerstand gegen Autorität und bin damit dankbar, dass "es sein Maul aufmacht", wo es nur eben geht - was sicher nicht heißt, dass ich mit allen Schlüssen, die in der Sendung gezogen werden, konform gehe.

    Ich fand die Folge äußerst unterhaltsam und denke auch, dass sie gerade dadurch wirken konnte, weil die aktuellen Episoden aufeinander aufbauen.
    Es dürfte daher auch schwierig sein, anderen Menschen eine Folge losgelöst aus der Staffel empfehlen zu können.


    :8/10:

    Vielleicht bin ich nur zu überarbeitet, um zu merken, wie platt die Folge war, aber ich fand sie arschgeil.
    :10/10:


    Generell ist die Staffel bisher einfach nur uneingeschränkt genießbar, was mich erstaunt und erfreut.

    Es gibt ja einen Grund, warum das sonst niemand macht: Es muss sich rentieren. Als South Park das Experiment gewagt hat, sah die Werbelandschaft im Internet noch vollkommen anders aus, und damals war das eine gute Sache für alle Beteiligten. Aber inzwischen... Ich kriege das durch meine Arbeit direkt mit, in letzter Zeit ist es viel härter gewordne, noch mit "klassicher" Werbung im Netz Geld zu verdienen. Das werden die South Park Studios auch bemerkt haben. Und wenn man über 200 Folgen einer sehr populären Serie in HD-Qualität kostenlos online stellt, wäre es naiv zu glauben, dass sie das nichts kostet. Diese Unkosten müssen rein kommen, und ich verüble es ihnen nicht, dass sie auf einen guten Deal anspringen, der ihnen Sicherheit gibt UND den Fans weiterhin die Möglichkeit, die Folgen kostenlos nach der Ausstrahlung zu sehen. So haben beide Seiten etwas davon. Außerdem kommt dazu, dass Video on Demand in den USA ja schon viel weiter verbreitet ist als hier, und natürlich möchte South Park da nicht den Anschluss verpassen. Wer will schon der Depp sein, der am Ende als einziger kein Geld bekommt? ;)


    Und um mal von der wirtschaftlichen Seite weg zu kommen: Ich finde es okay, für etwas zu zahlen, was ich mag. Einfach von meinem Moralempfinden her. Sie machen die Show, sie sollen etwas dafür bekommen. Man kann das schade finden und sich die Folgen von nun an runterladen, wenn man nicht das Geld dafür hat, kein Ding. Aber sich beschweren, weil man der Meinung ist, dass man ein Recht auf diese Folgen hat - das fände ich unverschämt.


    Kritisch sehe ich die Sache inzwischen aber wegen Hulu, weil die im Gegensatz zu Netflix und anderen VOD-Services Werbung einblenden, selbst wenn man Geld bezahlt. Das bedeutet, dass man South Park nun in den U.S.A. überhaupt nicht mehr legal online ohne Werbung sehen kann. Nicht gerade eine gute Wahl, und wenn sich Fans dehalb aufregen, verstehe ich das. Aus diesem Grund halte ich auch allgemein nichts von solchen Exklusivverträgen... wenn ich schon zahle, würde ich mir lieber weiterhin selber aussuchen können, ob Hulu, Netflix oder anderswo.

    Moral und Scham ins Gewicht zu bringen, wenn man "von der wirtschaftlichen Seite weg [] kommen" will, zeigt, wie sehr die Werttheorie eben doch ins eigene Unterbewusstsein gedrungen ist.
    Wenn ich ein Medium kreieren würde, Kunst im Sinne von Musik, Filmen, Bildern..., dann wäre das, was ich für dieses Medium an sich bekommen wollen würde, Anerkennung; dass sich Menschen damit auseinandersetzen; dass sie es rezipieren; dass sie sich daran stoßen und evtl. nachdenken - aber am allerwenigsten würde ich eine Logik verfolgen, deretwegen ich, weil ich dieses Medium erschaffen habe, dafür mit Geld entlohnt werde.
    Dass Massenmedien dazu tendieren MÜSSEN, kostenfrei zur Verfügung zu stehen, zeigt doch deine eigene Beobachtung des Werbesektors im Netz. Ähnliches passierte auch während der dotcom-Blase. Die Menschen wollen eben das für sie Angenehme möglichst kostenarm nutzen, was an sich ja auch einen emanzipatorischen Kern in sich trägt, denn die ohne (viele) Mittel können trotzdem (bis zu einem gewissen Grad) partizipieren.


    Dass das Angebot schon vorher kostenfrei bestand, heißt für mich allerdings, dass ich auch weiterhin gern genau das so nutzen möchte. Da kenne ich keine Scham, weil es nichts zu schämen gibt.

    Ja, ich denke auch, dass man da jetzt nicht zu laut motzen sollte, denn welche andere Serie bietet das schon?

    Das ist ja wirklich ein ulkiges Argument. Weil keine andere Serie dieses Angebot hat, ist es nur recht und billig, dass sich das bei South Park auch dahingehend ändern soll? Warum nicht für alles das Beste fordern, anstatt für alles blechen zu müssen?
    Außerdem zählt "wir konnten das jetzt so lange kostenlos genießen, da können wir ab jetzt ruhig auch dafür zahlen" für mich überhaupt nicht. Warum sollte das die Schlussfolgerung sein?

    Zitat

    Und die neuen Folgen bekommt man weiterhin direkt kostenlos, wovon man anderswo nur träumen kann.

    Das vertröstet ein wenig.

    Comedy Central ist sowieso schwer erträglich, da während einer Folge South Park zweimal Werbung geschaltet wird, was mitunter so absurd wird, dass nicht einmal 2 Minuten nach der ersten Werbeunterbrechung die nächste folgt.
    Zweimal Werbung während einer 20-minütigen Sendung zu schalten scheint in den USA aber gängig zu sein, oder? An diversen Szenenschnitten in vielen Sendungen merkt man, dass dort offenbar eine etwas längere Unterbrechung erfolgt ist.
    Gruselig.