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South Park

Kurz zusammengefasst


Titelbild"South Park" ist eine preisgekrönte amerikanische Zeichentrickserie, die es bisher auf stolze 17 Staffeln gebracht hat und von dem Sender Comedy Central produziert wird. Die Veträge laufen noch bis mindestens Staffel 20. Trotz des eher kindlichen Papp-Looks richtet sie sich an ein erwachsenes Publikum, denn Humor und Sprache sind oft wenig familientauglich, dafür aber sehr hintergründig. "South Park" ist in erster Linie Satire, wobei sowohl politische Themen als auch Aktuelles aus der Popkultur aufs Korn genommen werden.

Entstehungsgeschichte


Vor einigen Jahren erstellten die Filmstudenten Trey Parker und Matt Stone einen Kurzfilm mit Pappfiguren, der sich in Hollywood rasch verbreitete. Sie bekamen Angebote von Fernsehsendern, wobei ihr erster Gedanke war, eine komplette Serie über den Weihnachtskot Mr. Hankey zu produzieren. Zum Glück entscheiden sie sich aber um, rückten vier Grundschüler in den Mittelpunkt der Handlung und so entstand "South Park". Benannt nach einer Gegend in Colorado, wo die beiden aufgewachsen waren. Für den damals noch kleinen Fernsehsender Comedy Central war das Projekt ein Glückstreffer, denn schnell bildete sich eine feste Fangemeinde um die neue Show, und vor allem das Internet trug maßgeblich dazu bei, sie bekannt zu machen. Während die erste Folge noch per Hand mit Pappfiguren erstellt wurde, arbeitet inzwischen ein Team von 3D-Spezialisten an den Folgen - sie werden komplett am PC erstellt. Trey Parker und Matt Stone sind nach wie vor für den Inhalt jeder Folge verantwortlich, schreiben die Lieder und sprechen die meisten Figuren selber. Berühmte Gastsprecher kamen anfangs zwar vor, sprachen aber meistens nur kleine Rollen. Typisch für South Park ist inzwischen die Produktionszeit von unter einer Woche, zumindest trifft das für die meisten Folgen zu. Nur so können sie auch aktuelle Ereignisse miteinbeziehen, was für eine Zeichentrickserie sehr ungewöhnlich ist.

Handlung und Hauptfiguren


Die Folgen bauen nur selten direkt aufeinander auf, von daher ist nicht viel Vorwissen erforderlich, um in neuere Staffeln einzusteigen. Hauptpersonen sind die vier ganz normal verdorbenen Grundschüler Cartman (ein respektloser, fieser Fettsack), Stan (der Normalo der Truppe, der früher kotzen musste, wenn ihm ein Mädchen zu nahe kam), Kyle (jüdischen Glaubens und oft das gute Gewissen) und Kenny (bettelarm und dazu verdammt, oft zu sterben). Eigentlich haben sie mit den selben Problemen zu kämpfen wie andere Kinder auch, nur dass es in ihrem Heimatstädtchen South Park immer ein bisschen schräger zu geht als anderswo. Mordlustige Monster, duchgedrehte Wissenschaftler, Hollywoodstars und natürlich die überbesorgten Eltern machen ihnen das Leben schwer.
Natürlich entwickelte sich die Serie über die Jahre hinweg weiter. Während besonders in den ersten Staffeln Geschichten rund um die Kleinstadt und Schule das Hauptthema waren, änderte sich das später immer häufiger. Durch aufwändigere Animationen wurden auch "große" Geschichten möglich, wie etwa die Imaginationland-Trilogie, in der es die Kinder in ein buntes Fantasy-Reich verschlägt. Unter Fans genießen die ruhigeren "Old School" Folgen allerdings trotzdem noch einen guten Ruf, da sie mehr auf die Charaktere eingehen. Veränderungen zeigten sich auch bei den Hauptcharakteren: Kenny geriet mehr und mehr in den Hintergrund, und der Running Gag um sein wöchentliches Sterben wurde abgeschafft. Stattdessen mauserte sich der schüchterne Butters ab der 6. Staffel zu einem fünften Hauptcharakter, der bei den Fans sehr beliebt wurde.

Jesus

Kontroversen


Von Anfang an kam es immer wieder vor, dass die Serie Schlagzeilen machte. Seien es nun religiöse Gruppen, Politiker, das Thema Kindesmissbrauch oder Holocaust - "South Park" ist nichts heilig und der schwarze Humor macht einen Großteil des Reizes aus. Die Kultserie kann man nur lieben oder hassen, das war schon in der 1. Staffel klar, als sich Trey Parker und Matt Stone noch gar nicht so sehr um die wirklich weltbewegenden Themen kümmerten.
Es begann damit, dass sich Elternverbände darüber aufregten, dass Grundschüler fluchten. In Deutschland nahm man das zwar lockerer auf, dafür wurden hier Anspielungen auf die NS-Zeit strikt zensiert. Ernstere Proteste kamen später vor allem wegen religiösen Themen, z.B. von Seiten der katholischen Kirche wegen der Folge "Bloody Mary". Eine Szene mit Mohammed, die als Anspielung auf den Karrikaturenstreit eingebaut worden war, musste zensiert werden, weil "Comedy Central" sich nach Drohungen radikaler Islamisten vor gewalttätigen Reaktionen fürchtete. Einen ausführlichen Bericht dazu habe ich hier geschrieben. Auch Scientology war wenig erbaut darüber, dass sich "South Park" als eine der wenigen Shows traute sie lächerlich zu machen - Tom Cruise schimpfte herum und Issac Hayes (Sprecher des Chefkochs) kündigte sogar deswegen.
Das zeigt, dass es die Macher South Parks durchaus ernst meinen wenn sie sagen, dass man keine Unterschiede dabei machen darf, wen man verarscht. Aber wenn einem nichts heilig ist, dann dürfen es auch nicht die eigenen Fans sein - das zeigte sich schon zu Beginn der 2. Staffel, als Trey und Matt den lange erwarteten zweiten Teil einer Doppelfolge zu Gunsten eines fiesen Aprilscherzes ausfallen ließen. Und in der 5. Staffel ließen sie eine der beliebtesten Hauptfiguren, Kenny, einfach für eine Staffel aus der Serie scheiden. Auch andere Charaktere mussten schon das zeitliche segnen, was bei Zeichentrickserien ja eher unüblich ist. Das ironischerweise sehr beliebte kiffende Handtuch "Towelie" wurde sogar nur als Verarschung darauf entwickelt, dass es einfach ist den Fans einen total dämlichen Charakter als "cool" unterzujubeln.

Chef und die Jungs

South Park in Deutschland


Leider wurde "South Park" hier von Anfang an sehr stiefmütterlich behandelt. Von ein paar wirklich guten Sprechern abgesehen misslang die Synchro der ersten Staffeln total und die Serie dümpelte zu ständig wechselnden Uhrzeiten im RTL-Nachprogramm da hin. Trotz der späten Uhrzeit versuchte man durch das zusätzliche Einbauen von Schimpfwörtern Jugendliche anzusprechen, was der an sich intelligenten Serie schnell ein völlig falsches Image einbrachte. Nach mehreren Jahren übernahmen MTV/Comedy Central dann South Park und bemühten sich bei der Übersetzung darum, näher am Original zu bleiben - was seit der 8. Staffel durchaus positiv auffällt. Trotzdem hat "South Park" in Deutschland keinen so guten Ruf wie in den U.S.A., wo die Serie bei den meisten Fernsehkritikern hoch im Kurs steht. Die Fangemeinde fällt hier kleiner aus und hat immer noch mit Vorurteilen zu kämpfen.
Ende der 90er gab es eine Reihe guter deutscher Fanseiten, aber inzwischen ist nur das Planearium übrig geblieben, wenn man auf der Suche nach einer allgemeinen Fanseite mit aktuellen News und einer großen Community ist. An amerikanischen Seiten gibt es mehr Auswahl, und Fanprojekte wurden schon immer sehr positiv von den Machern der Serie aufgenommen. Andere gehen damit nicht so locker um, was sicher sehr dazu beigetragen hat, South Park im Netz so populär werden zu lassen.

Und sonst?


Neben der Serie gab es einen Kinofilm, der für seinen Musical-ähnlichen Soundtrack sogar für den Oscar nominiert wurde und allgemein sehr positiv aufgenommen wurde. Außerdem wurden vor Jahren einige Musik-CDs produziert, es gibt Spiele und viele andere Merchandising-Produkte. Wer sich einfach nur die South Park Folgen nach hause holen möchte kann dies natürlich auf DVD tun, aber man kann sie sich seit 2008 sogar kostenlos und legal im Internet ansehen - allerdings nur auf den offiziellen Websites! Dieser Schritt wurde unternommen, ob Raubkopien zu unterbinden und zeigte Wirkung. Ein gutes Vorbild für andere Serien.
Schon mehrmals konnte South Park den begehrten "Emmy" als beste Animationsserie gewinnen, nachdem sie früher Jahre lang immer wieder von den Simpsons geschlagen worden waren. Diese beiden Serien müssen sich immer wieder Vergleiche gefallen lassen, da sie beide sehr erfolgreich sind und viele Fans haben, die der Meinung sind, man müsse sich für eine entscheiden. Dabei war der "Konkurrenzkampf" der beiden immer von gegenseitigem Respekt geprägt, auch wenn South Park schon mal die Simpsons zum Thema für eine Folge genommen hatte und die Simpsons sich daraufhin einen Seitenhieb auf South Park nicht verkneifen konnten. Man mag sich. Anders sieht das bei Family Guy aus, für diese Serie haben Trey Parker und Matt Stone nicht viel übrig.
Ein Ende South Parks ist noch nicht in Sicht. Natürlich gibt es Fans, die der Meinung sind, dass die ersten Staffeln besser waren, aber viele empfindet es so, dass sie sich sogar noch von Staffel zu Staffel steigern. Von daher dürfte es nur dann zu Ende gehen, wenn Trey Parker und Matt Stone keine Lust mehr auf neue Folgen haben.



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